Handelsblatt News

Ex-UBS-Banker zu Haftstrafe verurteilt

Für Kritiker des Schweizer Bankgeheimnisses war er ein Held, für den Schweizer Staat ist er ein Verbrecher: Weil ein ehemaliger Mitarbeiter der Großbank UBS die Daten von Hunderten Kunden an den deutschen Fiskus weitergegeben haben soll, verhängte das Schweizer Bundesstrafgericht in Bellinzona am Montag gegen ihn eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten. Der 45-Jährige wurde wegen Wirtschaftsspionage, Geldwäsche und des Verstoßes gegen das Waffengesetz verurteilt. Das Schweizer Bundesstrafgericht folgte mit seinem Urteil größtenteils der Anklage der eidgenössischen Bundesanwaltschaft, blieb aber etwas unter dem geforderten Strafmaß von vier Jahren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Banker die Daten an den deutschen Fiskus verkauft hat. Der Schweizer hatte sechs Jahre lang für die Großbank UBS gearbeitet, wo er Stiftungen und Trusts verwaltete. Laut der Schweizer Bundesanwaltschaft lieferte der UBS-Mitarbeiter im Sommer 2012 die Daten von 233 Kunden der Bank an

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Kleider mit Karma

Backsteinmauern, alte Rundbogenfenster und dickes Deckengebälk. Ausgerechnet ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert soll das Zentrum für eine Revolution in der Modebranche werden: Von hier aus, mitten in Amsterdam auf der berühmten Einkaufsstraße Rokin, will Katrin Ley die internationale Modeindustrie umkrempeln. "Wir müssen den kompletten Kreislauf in der Modeproduktion verändern", fordert die Direktorin von Fashion For Good. Aus dem Mund eines jungen Aktivisten würde so ein Satz vielleicht naiv klingen. Katrin Ley jedoch sollte man ernst nehmen. Die 52-Jährige hat lange beim Sportartikelhersteller Adidas und bei verschiedenen Unternehmensberatungen gearbeitet. Sie führt keine weltfremde soziale Organisation, sondern eine, die von großen Unternehmen wie der Otto Group, C & A, dem französischen Luxuskonzern Kering ("Gucci", "Brioni" ), Adidas oder Zalando und von bekannten Marken wie Stella McCartney getragen wird. Die Katastrophe beim Einsturz der Textilfabrik von Rana Plaza in Bangladesch,

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Uno will Standards für Digitalarbeit

Die Arbeitswelt von morgen lässt sich nur mit globalen Mindeststandards für die Plattformökonomie und klaren Regeln für den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) human gestalten. Das sind zwei Schlussfolgerungen der Globalen Kommission zur Zukunft der Arbeit, die für die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) einen rund 80 Seiten dicken Bericht erstellt hat. Er wird am Dienstag am Sitz der Uno-Unterorganisation in Genf vorgestellt und liegt dem Handelsblatt vor. Gravierende Umbrüche wie der demografische Wandel und die Digitalisierung müssten aktiv gestaltet werden, weil Verwerfungen auf den Arbeitsmärkten sonst leicht die Gesellschaften und das internationale Gefüge erschüttern könnten, schreibt das 27-köpfige Gremium aus Politikern, Wissenschaftlern, Wirtschaftsvertretern und Gewerkschaftern. Es steht unter dem Vorsitz des südafrikanischen Präsidenten Matamela Cyril Ramaphosa und des schwedischen Premiers Stefan Lövfen. Erforderlich sei eine am Menschen orientierte Agenda für die

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Topmanager verlieren die Zuversicht

Es ist gerade einmal ein Jahr her, da schwelgten die Topmanager auf dem World Economic Forum (WEF) in Davos in Champagnerlaune. Das Wirtschaftswachstum schien intakt, die Aussichten rosig und der Optimismus geradezu überschwänglich. Doch mehrere von den USA angezettelte Handelskonflikte und einen Börsenabschwung später haben die Vorstandschefs weltweit die Zuversicht verloren. Fast 30 Prozent von ihnen glauben, dass das globale Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten zurückgehen wird - vor einem Jahr waren es gerade einmal fünf Prozent. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter fast 1 400 CEOs, die die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC am Montagabend auf dem Weltwirtschaftsforum in den Schweizer Bergen vorgestellt hat. "Wenn die Zuversicht der Unternehmenschefs weiterhin ein zuverlässiger Indikator bleibt, dann wird das globale Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 zurückgehen", heißt es in der Umfrage von PwC. Viele Unsicherheiten Es sind vor allem politische

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Verfehlte Schlichtung

Es hört sich ganz einfach an: Hat ein Verbraucher Streitigkeiten mit einem Unternehmen, kann er sich an eine außergerichtliche Schlichtungsstelle wenden. Das ist kostenfrei und schneller als der Weg zum Gericht. In der Praxis muss sich der Kunde aber zunächst durch eine 122 Seiten lange Liste der möglichen Schlichtungsstellen arbeiten, die das Bundesamt für Justiz bereithält. Ombudsstelle für Investmentfonds, Schlichtungsstelle Post, Schlichtungsstelle Nahverkehr - wer in der Branchenliste nicht fündig wird, kann mit seinem Anliegen bei der Allgemeinen Verbraucherschlichtungsstelle vorstellig werden. Hier sollen Konflikte gelöst werden, die beim Kauf von Waren oder bei Dienstleistungen im Freizeitbereich auftreten. Typisch sind also Streitigkeiten über Haushaltsgeräte und Pauschalreisen. Das betroffene Unternehmen muss aber in Deutschland niedergelassen sein. "Überbordende Pflichten" Doch funktioniert das seit April 2016 geltende Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG)? Für die Allgemeine

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Vorsicht bei Sportwagen

Selbstständige und Gewerbetreibende können ihre beruflich oder betrieblich genutzten Fahrzeuge als Firmenwagen behandeln und die Fahrzeugkosten als Betriebsausgaben ansetzen. Zudem kann die Umsatzsteuer aus den Kosten als Vorsteuer geltend gemacht werden. Bei besonders hochpreisigen Fahrzeugen besteht die Gefahr, dass Kosten- und Vorsteuerabzug ganz oder teilweise verwehrt werden. Diese Möglichkeit besteht bei Aufwendungen, bei denen es sich ihrer Art nach um unangemessenen Repräsentationsaufwand handelt. Wann dies bei Luxus- oder Sportwagen der Fall ist, ist nicht einfach festzulegen. Denn bei der Angemessenheitsprüfung sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Dies zeigen auch zwei Entscheidungen des Finanzgerichts Hamburg. Beim FG hatten sich zwei Senate mit dem Vorsteuerabzug bei dem Erwerb von Sportwagen befasst - und kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Im Fall der Anschaffung eines Lamborghini Aventador für rund 300 000 Euro durch ein Reinigungsunternehmen wurde der

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Neue Namen, alte Bekannte

Annegret Kramp-Karrenbauer . Premiere für die neue CDU-Chefin . Neben Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sie die am meisten beachtete Frau in Davos sein: Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer gilt international bereits weithin als designierte deutsche Bundeskanzlerin. Dass es innerhalb der Union durchaus noch Diskussionen über ihre Kanzlerkandidatur gibt, nimmt dabei kaum jemand zur Kenntnis. Die plötzliche Bedeutung von "AKK" steht in starkem Kontrast zu der Tatsache, dass die vormalige CDU-Generalsekretärin bis zu ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden im Dezember außerhalb der deutschen Grenzen kaum bekannt war. Entsprechend groß ist das Interesse, die Frau aus dem Saarland näher kennen zu lernen - obwohl die korrekte Aussprache ihres Namens erst recht im Ausland eine hohe Hürde bedeutet. Für AKK bietet Davos die Chance, außenpolitisches Profil zu gewinnen und hochrangige internationale Kontakte zu knüpfen. Will sie in Angela Merkels Spuren treten, muss sie schließlich auch

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Bitte nichts Kleinliches!

Seit drei Koalitionsverträgen verspricht die Politik die Einführung einer Steuervergünstigung für Forschung und Entwicklung (FuE). Geschehen ist nichts. Zwar haben im September 2018 das Bundesministerium für Wirtschaft und das für Bildung und Forschung ein gemeinsames Eckpunktepapier aufgesetzt. Doch das zuständige Bundesfinanzministerium hat sich hierzu bisher nicht öffentlich geäußert. Brauchen wir möglicherweise gar keine steuerliche Forschungsförderung? Das hängt stark davon ab, was man mit einem solchen Instrument bezweckt. Die Politik spricht in der Regel von Maßnahmen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Es geht also scheinbar um Mittelstandsförderung. Mit Anträgen auf direkte Projektförderung seien kleine Unternehmen überfordert. Steuerliche Forschungsförderung sei weniger bürokratisch. Ob das stimmt, kann man bezweifeln. In Wirklichkeit steckt hinter der Beschränkung auf KMU ein ganz anderes Kalkül. Man will die Steuerausfälle infolge der Vergünstigung klein halten. In den

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