Handelsblatt News

Neues Einhorn aus Berlin

Für die deutsche Start-up-Szene ist es ein Rekord: Die Buchungsplattform Getyourguide hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 484 Millionen US-Dollar abgeschlossen. Hauptinvestoren sind der japanische Konzern Softbank und Singapurs Staatsfonds Temasek. Beteiligt hat sich unter anderem auch der deutsche Investor Klaus Hommels mit seinem Fonds Lakestar. Getyourguide dürfte damit jetzt ein Einhorn sein - also ein Unternehmen, das mehr als eine Milliarde Dollar wert ist. Das Start-up vermittelt geführte Touren oder Tickets für Museen und andere Sehenswürdigkeiten an Urlauber. Die Firma sitzt mit rund 500 Mitarbeitern in Berlin. Bis Ende des Jahres sollen es 800 werden. "Das ist ein guter Tag für uns - und für den Standort Europa", sagt Johannes Reck, Chef von Getyourguide, dem Handelsblatt. Auch Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Startups, glaubt, dass die Nachricht positiv für die gesamte Branche ist: "Das Investment wird international Beachtung finden", meint er. "Und

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Wer bewegt sich zuerst?

Wagen sie den großen Deal, oder wagen sie ihn nicht? Seit die Fusionsgespräche zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank geplatzt sind, brodelt es in der Gerüchteküche ausgesprochen lebhaft. Bastelt die italienische Großbank Unicredit schon an einem Angebot für die Commerzbank? Oder sind die Niederländer von der ING schneller? Vielleicht kommt beiden aber auch eine der großen französischen Banken zuvor. Liest man all die aufgeregten Meldungen der vergangenen Tage, könnte man meinen, dass die Chefs der ausländischen Großbanken im Vorzimmer von Commerzbank-Boss Martin Zielke und im Berliner Finanzministerium Schlange stehen. Aber ganz so groß scheint der Andrang dort noch nicht zu sein, und dafür gibt es gute Gründe. Natürlich beobachten alle relevanten Spieler die Entwicklung bei der Commerzbank ganz genau. Mit Sicherheit füllen Konzernstrategen und Investmentbanker fleißig ihre Excel-Tabellen mit schlauen Plänen. Aber könnte es nicht sein, dass all die immer wieder genannten Kandidaten

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"Leises Vorgehen ist am effektivsten"

Steven K. Barg sitzt im 60. Stock in der Spitze des Frankfurter Messeturms im Raum "Stockholm". Der Treffpunkt passt zum Leben eines Rastlosen. Der Topmanager der Investmentbank Goldman Sachs ist mehr als 125 Tage im Jahr unterwegs, um seine Kunden zu treffen. Bargs Spezialität: Er bringt kritische Investoren und Unternehmen an einen Tisch, um Streit möglichst schon im Keim zu ersticken - bevor er auf der Hauptversammlung eskaliert. Solche geräuschlosen Lösungen sind nach der Erfahrung des 57-jährigen Kapitalmarktprofis die beste Methode, um den Firmenwert zu steigern. Herr Barg, viele Vorstände sind noch immer überrascht, wenn ihre Investoren die Stimme erheben und Änderungen fordern. Ist das nicht ein bisschen naiv? Viele Berater, die sogenannte Verteidigungsmandate gegen Investoren erhalten, haben eine juristische Ausbildung. Sie empfehlen, Burggräben auszuheben, dort Krokodile freizulassen und Mauern hochzuziehen. Sie denken, so könne man aktive Anteilseigner fernhalten - eine seltsame

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Willkommen im Klub der Einhörner

Dies ist eine der Geschichten, die so typisch ist für die Entwicklung der Berliner Start-up-Szene - auch wenn diese Geschichte streng genommen in Zürich beginnt. Dort programmierten vor rund zehn Jahren ein paar Studenten in ihrer Freizeit eine Plattform, auf der Leute zueinander finden sollten, um einander ihre Stadt zu zeigen. Johannes Reck, der damals Biochemie studierte und eigentlich Hirnforscher werden wollte, war zuvor mit seinem Kommilitonen Tao Tao auf einer Reise in China gewesen - und hatte sich komplett aufgeschmissen gefühlt, mangels lokaler Kenntnisse. Das Projekt kam bei den Nutzern so gut an, dass die beiden gemeinsam mit Martin Sieber und Tobias Rein eine Firma gründeten und nach Berlin zogen, wo es damals schon mehr Start-ups und damit auch potenzielle Mitarbeiter gab. Inzwischen arbeiten mehr als 500 Leute für Getyourguide. Auch das Geschäftsmodell hat sich weiterentwickelt - statt privater Führungen vermittelt das Start-up heute sogenannte "Erlebnisse" - das kann ein

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Das Kapital wagt die Revolte

Es ist 22.20 Uhr. Mehr als zwölf Stunden dauert die Hauptversammlung der Bayer AG nun schon. Jetzt, kurz vor Mitternacht, kommt es im Saal "New York" des Bonner World Conference Center zum Höhepunkt des Tages. Werner Wenning ergreift das Wort, seine Stimme ist ruhig und gefasst. Doch dem Aufsichtsratsvorsitzenden steht die Anspannung ins Gesicht geschrieben - und die Enttäuschung. Vor wenigen Sekunden hat ihm ein Mitarbeiter das Abstimmungsergebnis auf den Tisch gelegt: Die Aktionäre entlasten den Vorstand nicht. Als der hochgewachsene Manager das Ergebnis verkündet, kommt lauter Applaus auf. "Bravo!", ruft ein Aktionär laut in den Saal. Die rund 3 600 Bayer-Aktionäre schrieben vor wenigen Wochen Geschichte. Zum ersten Mal wurde dem amtierenden Vorstandsvorsitzenden eines Dax-Konzerns von der Hauptversammlung öffentlich das Vertrauen entzogen. Nur 45 Prozent der Aktionäre stimmten für Bayer-Chef Werner Baumann und sein Führungsteam. Mit dem Misstrauensvotum machten die Aktionäre ihrem

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Liebeserklärung an Elon Musk

Insane Mode", der Wahnsinnsmodus: Das ist zum einen eine Fahrstufe des Tesla Model S, eingeführt 2014, die einfach nur plakativ die Brachialgewalt des leistungsstarken Auto-Elektromotors beschreiben soll. Das ist zum anderen der Modus Operandi eines Unternehmers, der sich traut, Ende des 20. Jahrhunderts einen neuen Automobilkonzern ins Leben zu rufen und eine Branche aufzumischen, die weltweit von kaum einem Dutzend Konzernen dominiert wird. Wahnsinn eben. Und genau davon erzählt die Tesla-Story. Hamish McKenzie ist ein Journalist, der auch in der Öffentlichkeitsarbeit tätig war - unter anderem und nicht zuletzt für ein Jahr bei Tesla - , bevor er das rund 300 Seiten lange Buch "zur vielleicht größten Technologiestory dieses Jahrhunderts" schrieb. So bezeichnet McKenzie den Wandel von der fossil betriebenen zu einer nachhaltigen Mobilität. Aus seinem Werdegang und seiner Tesla-Vergangenheit macht der Autor kein Geheimnis. Im Gegenteil. "Lesen Sie dieses Buch also unter dem Vorbehalt:

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"Ohne Anstand"

Ralf Weber ist eigentlich ein ruhiger und besonnener Mensch. Er wählt seine Worte mit Bedacht. Doch die Angriffe von Trigema-Chef Wolfgang Grupp sind ihm dann doch zu viel. "Es ist ohne Respekt und Anstand, wie Herr Grupp über uns urteilt und richtet", schimpft der frühere Vorstandschef und Sohn des Firmengründers von Gerry Weber. Der streitbare Grupp hatte im Gespräch mit der "Textilwirtschaft" gegen den Textilkonzern aus Halle in Westfalen gewettert, weil er gefragt worden war, bei Gerry Weber als Investor einzusteigen. "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass man mir überhaupt zutraut, mit Unternehmern, die ihre Firma durch Größenwahn und Gier in die Insolvenz getrieben haben, Geschäfte zu machen", sagte er dem Branchenblatt. Das sei "nicht der Stil, den Unternehmer pflegen sollten", kontert Weber, 55, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Vor allem sein Vater Gerhard Weber, 77, fühle sich verletzt, wenn sein Lebenswerk so angegriffen werde. "Das kann man nicht so stehen lassen",

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KAUFEN - HALTEN - VERKAUFEN

SOCIAL-TRADING-DEPOT Hohes Potenzial, niedriger Preis Unser Investmentansatz basiert auf der Bewertungsphilosophie. Die Value-Anleger versuchen, die hochbewerteten Aktien zu meiden und in günstige Titel mit einem überdurchschnittlichen Performancepotenzial zu investieren. Es ist beinahe unmöglich, dass jeder ausgewählte Titel den Vergleichsindex schlägt. Die Kunst besteht darin, die Outperformance auf der Portfolioebene zu erreichen. Dies ist uns seit der Auflage des Musterdepots 2014 gelungen. Gleichzeitig bleibt unser Aktienkernportfolio relativ unterbewertet. So liegt das gewichtete Kurs-Umsatz-Verhältnis bei 0,9, das gewichtete Kurs-Cashflow-Verhältnis bei 5,4, und die gewichtete Dividendenrendite beträgt 4,8 Prozent. Laut unserem Bewertungsmodell gehören elf Aktien zum Top-Quartil, das heißt zu den günstigsten 25 Prozent aller Titel des Anlageuniversums. Die Aktie des Einzelhändlers Casino Guichard gehört unserer Berechnung nach zu den drei günstigsten Titeln des Stoxx-Europe-600-Index.

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