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Investoren verabschieden sich von Staatsanleihen


Die Zinsen sind auf einem Tiefpunkt. Deshalb müssen Anleger auf risikoreichere Anlagen mit höheren Ertragschancen ausweichen. | ©Andrey Popov/fotolia.com

Immer mehr institutionelle Investoren verabschieden sich von Staatsanleihen. Das Problem: Die Zinsen sind auf einem Tiefpunkt. Deshalb müssen Anleger auf risikoreichere Anlagen mit höheren Ertragschancen ausweichen.

Im Jahr 1971 gab Deutschland eine Anleihe mit 7,75% Zins heraus. Es war nicht nur die letzte effektive Anleihe, eine Anleihe also, die noch gedruckt wurde und die man in die Hand nehmen konnte. Solch hohe Zinsen gehören allerdings längst der Vergangenheit an. Heute gibt es für eine zehnjährige Bundesanleihe nur noch 0,5% Zins – also praktisch nichts. Viele deutsche Großinvestoren haben sich deshalb von gut bewerteten Staatsanleihen verabschiedet. Sie müssen risikoreichere Anlagen mit höheren Ertragschancen kaufen. Sonst können sie ihre Verpflichtungen nicht erfüllen.

Großanleger schichten in Anlagen mit höheren Renditen um

Den stetigen Ausstieg aus Bundesanleihen belegen Zahlen von Universal Investment. Der Vermögensverwalter analysierte für das Handelsblatt die Struktur dieser Investments. In knapp vier Jahren stieg der Aktienanteil deutlich. „Aber das sind in der Regel keine neuen Anlagen, sondern ist vor allem den steigenden Börsenkursen geschuldet“, sagt Markus Neubauer, Geschäftsführer bei Universal Investment. Spannender ist es bei den Anleihen. Zinsanlagen bilden traditionell den Großteil des Kapitals bei vielen Investoren. Doch in den vergangenen Jahren sind die Zinsen immer weiter gefallen. Der Anteil ist in knapp vier Jahren auf 18% geschrumpft. Die Anleger sind laut Neubauer im Zinsbereich vor allem auf Unternehmensanleihen mit höheren Renditen ausgewichen.

(Quelle: Handelsblatt vom 29.10.2015)


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