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CFO Survey Herbst 2021: Klima wird für Konzerne zum Fokusthema


Immer mehr Unternehmen betreiben laut CFO Survey von Deloitte Nachhaltigkeitsstrategien und haben ehrgeizige Klimaschutzziele zur Verringerung ihres CO2-Abdrucks. Rund 60% der befragten Unternehmen haben sich feste Reduktionsziele gesetzt, 40% streben sogar CO2-Neutralität an. | © pichetw/fotolia.com

Immer mehr Unternehmen betreiben laut CFO Survey von Deloitte Nachhaltigkeitsstrategien und haben ehrgeizige Klimaschutzziele zur Verringerung ihres CO2-Abdrucks. Rund 60% der befragten Unternehmen haben sich feste Reduktionsziele gesetzt, 40% streben sogar CO2-Neutralität an. In seiner halbjährlichen CFO–Umfrage beleuchtet die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte u.a. die Konjunkturwartungen sowie die Risiken für den Aufschwung, fragt aber auch nach digitalen Investitionen angesichts der Pandemie und ihrer Folgen. Ebenfalls auf der Themenliste: Klimaschutz und Nachhaltigkeit aus unternehmerischer Perspektive. Für die Umfrage hatte Deloitte zum Herbstbeginn über 150 Finanzvorstände befragt.

Laut der Studienautoren ist es erstaunlich, wie schnell die Unternehmen in Bezug auf Klimaschutz und Nachhaltigkeitsmanagement reagiert und sich ambitionierte Ziele gesetzt haben. Das Thema habe nicht erst seit dem Klimaschutzgipfel in Glasgow spürbar angezogen und sei jetzt bei den Unternehmen angekommen. Hier habe ein Großteil der Finanzvorstände erkannt, dass sie in diesen Feldern aktiv werden müssen, um bei ihren Kunden auf Dauer zu bestehen – ebenso wie bei der Digitalisierung.

Digitalisierung wird durch Pandemie beschleunigt

Der oft erwähnte Digitalisierungsschub durch Corona scheint sich für die Unternehmen zu bewahrheiten. Die Corona-Krise hat eine massive Zunahme von digitalen Investitionen nach sich gezogen. Durch die Krise haben viele CFOs die zusätzlichen Potenziale ihre Unternehmen durch einen verstärkten Einsatz digitaler Technologien erkannt, bei 84% der Unternehmen wurden die digitalen Investitionen als Reaktion auf die Krise erhöht; in der Branchenbetrachtung liegt die chemische Industrie mit 100% Zunahme digitaler Investitionen klar vorne. Diese Steigerung der Investitionen in digitale Technologien ist nicht nur Rückenwind für eine beschleunigte Digitalisierung, sondern auch für das seit Jahren schwächelnde gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum.

Die stärkere Anwendung von bereits bestehenden digitalen Technologien steht dabei für 75% der Befragten ganz oben auf der Agenda, zugleich wird Cyber Security (64%) durch das gestiegene Remote Working immer wichtiger. Danach folgen IT-Infrastruktur (53%) und der Ausbau digitaler Skills (51%). Zugleich wünschen sich die befragten CFOs unterstützende Maßnahmen vonseiten der Politik wie den Ausbau von schnellen Internetzugängen, bessere digitale Bildung sowie eine verstärkte Digitalisierung im öffentlichen Sektor wie etwa E-Government.

Transformation zu mehr Klimaschutz in vollem Gange

Angesichts der weltweit zunehmenden Klimadiskussion fühlen sich die Unternehmen zunehmend ambitionierten Klimazielen verpflichtet. So berichten 60% der Befragten von festen Reduktionszielen, wobei knapp 40% dabei sogar CO2-Neutralität anstreben. Ganz oben auf der Agenda steht die Reduktion der Emissionen bei der Konsumgüterindustrie und im Chemiesektor, wo sich jeweils über 75% konkrete Klimaziele gesetzt haben, gefolgt von Automotive, Real Estate und Technologie. Im europäischen Vergleich können sich die deutschen Unternehmen dabei im oberen Mittelfeld behaupten.

Zwei Drittel der Unternehmen fokussieren sich der Analyse zufolge bei ihren Klimamaßnahmen auf die Vermeidung ihrer eigenen Emissionen (66%), knapp die Hälfte strebt an auch in der Lieferkette Emissionen zu reduzieren sowie selbst klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln (jeweils 46%). Entscheidendes Motiv für die eigene Klimaschutzstrategie bestand bei 63% der Befragten in der Stärkung des Ansehens beim Kunden, gefolgt von Kostenreduktion (41%), Anpassung an Kundenwünsche (39%) und regulatorische Anpassungen (36%).

Nachhaltigkeitsmanagement noch mit Lücken

Die hohe Bedeutung der Finanzfunktion bei der Umsetzung neuer unternehmensweiter Nachhaltigkeitsziele beleuchtet der aktuelle CFO Survey ebenfalls. Der Finanzbereich erfüllt einerseits externe Rechenschaftspflichten, und leistet andererseits die Integration von Nachhaltigkeit ins Performance-Management, erklären die Studienautoren. Beim jeweils gewählten Anspruchsniveau ergeben sich aber deutliche Unterschiede. So streben 15% der Unternehmen das ambitionierteste Ziel einer Sustainability-Pionierrolle an, wohingegen immerhin 41% dem Thema strategische Relevanz beimessen.

Die Autoren der Studie stellen fest, dass organisatorisch zwar zunehmend Strukturen für Nachhaltigkeitsprozesse geschaffen werden. Die Finanzfunktion spielt bei der organisatorischen Verankerung des Nachhaltigkeitsmanagements bei gerade mal knapp einem Viertel eine tragende Rolle; hingegen haben 53% der Befragten das Thema direkt dem CEO-Bereich zugeordnet, so die Analyse.

Nachholbedarf bei der Integration von Nachhaltigkeit in die Steuerungsprozesse

Aufschlussreich sei auch der Studienbefund, dass bei der Integration von Nachhaltigkeit in die Steuerungsprozesse teilweise noch Nachholbedarf besteht: Erst 49% der Teilnehmer haben eine Verankerung von Nachhaltigkeitskriterien in der externen Berichterstattung umgesetzt. Auch bei der Definition von Nachhaltigkeitszielen, KPIs oder der Bereitstellung relevanter Daten als Entscheidungsgrundlage klaffen noch Lücken. Unternehmen sollten daher aktuell besondere Aufmerksamkeit auf ihre Steuerungsprozesse für Nachhaltigkeit legen, so der Rat der Studienautoren.

Den vollständigen Deloitte CFO Survey können Sie hier herunterladen.

(Pressemitteilung Deloitte vom 11.11.2021)


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