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Corona-Krisenstimmung bei Fondsmanagern


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Die Covid-19-Krise hat nicht nur den internationalen Handel und die Finanzmärkte selbst erschüttert, sondern auch das Vertrauen vieler General Partner (GPs) und Fondsmanager in die Bewertungen ihrer Portfolios. Insbesondere die Unvorhersehbarkeit der aktuellen Situation – im Gegensatz zu anderen wirtschaftlichen Krisen gibt es für die Covid-19-Pandemie keine Präzedenzfälle in der jüngeren Vergangenheit – stellt für Fondsmanager eine ernsthafte Herausforderung dar, die einerseits ihre Investoren und Limited Partners (LPs) schützen, aber auch Investment-Chancen erkennen und nutzen möchten. Dies ergibt eine Umfrage der global tätigen Beratungsgesellschaft Duff & Phelps.

Entsprechend gedämpft ist die mittelfristige Prognose vieler Investment-Manager: So rechnen laut Umfrage fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) damit, dass die Krise in ihren Kernmärkten einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von bis zu drei Prozent zur Folge haben wird. Auch die Bewertung des Net Asset Value (NAV) von Portfolios zeigt deutlich, dass die Pandemie die Stimmung der Investment-Manager trübt: 86 Prozent gehen von einem signifikanten Rückgang der NAVs im ersten Quartal 2020 aus – mehr als ein Drittel (36 Prozent) davon erwartet einen Rückgang um sechs bis zehn Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Fair Value: Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) gab an davon auszugehen, dass sich der Marktwert ihrer Investments zum Jahresende nicht auf das Vorkrisenniveau von 2019 erholen wird. Die wirtschaftlichen Einschränkungen, die in zahlreichen Ländern mit den staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie einhergehen, bereiten vielen Fondsverwaltern ebenfalls Grund zur Sorge: Auch hier geht fast die Hälfte (47 Prozent) der Befragten davon aus, dass viele Unternehmen ihre Belastungsgrenze bereits nach drei Monaten andauernder Einschränkungen erreichen werden und danach nicht mehr in der Lage sind, ihre Geschäfte wie gewohnt weiterzuführen.

Daniel Kittlauss, Managing Director Valuation Advisory bei Duff & Phelps, kommentiert die Ergebnisse der Umfrage: „Aufgrund des Finanzierungsumfelds der letzten Jahre weisen viele Portfolio-Investments mittlerweile eine vergleichsweise hohe Verschuldungsquote auf. Die Krise wird im Markt schnell Zweifel an der Überlebensfähigkeit einiger dieser Unternehmen erregen, was in nächster Zeit wohl zu kritischen Fragen hinsichtlich der Fondsbewertungen führen wird. Gerade in diesem Umfeld werden LPs zunehmend auf robuste und transparente Bewertungsprozesse für die einzelnen Portfolio-Investments pochen. Für GPs ist dies eine gute Möglichkeit, das Vertrauen der LPs in die langfristige Fondsperformance zu stärken.“

Trotz der eher negativen mittelfristigen Prognosen blicken viele Fondsmanager hoffnungsvoll in die Zukunft. Für 2021 rechnet mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) mit einem krisenbedingten Rückgang des BIP von nur mehr 0,5 Prozent. Auch die staatlichen Maßnahmen, die Unternehmen durch die Krise helfen sollen, stimmen viele der Befragten zuversichtlich: Eine klare Mehrheit (71 Prozent) ist der Meinung, dass ihre Regierung ausreichend Unterstützung für krisengefährdete Unternehmen zur Verfügung stellt.

„Bereits gut aufgestellte Unternehmen werden die Krise sicherlich überstehen – natürlich zum Teil auch mit staatlicher Unterstützung. Die anschließende Phase der Erholung wird jedoch ihre eigenen Herausforderungen für die Bewertung alternativer Investments mit sich bringen. Die Erfahrung aus der letzten Finanzkrise hat gezeigt, dass Fondsmanager letztendlich auch in turbulenten Zeiten nach der Genauigkeit ihrer Bewertungen beurteilt werden. Es gibt keine Pauschallösung bei der Bewertung von einzelnen Portfolio-Investments. Das Makroumfeld für einige Geschäftsmodelle wird sich nachhaltig verändern und wir können nicht alle Portfolios über einen Kamm scheren, sondern müssen für jedes Portfolio im Detail die langfristigen Auswirkungen auf die einzelnen Unternehmen betrachten“, so Daniel Kittlauss.

(Pressemitteilung Duff & Phelps vom 28.05.2020)


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