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Das Corona-Virus in der Kapitalmarktkommunikation

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Das Corona-Virus hat in der Finanzkommunikation von börsennotierten Unternehmen einen hohen Stellenwert. Drei von vier Unternehmen haben bereits eine Kommunikationsstrategie zum Thema Corona-Virus entwickelt oder erstellen sie zurzeit. | ©Kateryna Kon/123rtf.com

Das Corona-Virus hat in der Finanzkommunikation von börsennotierten Unternehmen einen hohen Stellenwert. Dabei werden nur begrenzten wirtschaftliche Auswirkungen erwartet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Blitzumfrage der Hamburger Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation Kirchhoff Consult. Bei der Umfrage wurden Unternehmensvertreter börsennotierter Unternehmen vom 03.03. bis zum 05.03.2020 zu ihren Einschätzungen der Auswirkungen des Corona-Virus auf die Kapitalmarktkommunikation befragt. An der Umfrage nahmen 46 deutsche börsennotierte Gesellschaften teil und es waren 29 Unternehmen aus den Indizes DAX, MDAX oder SDAX vertreten.

Kaum ein Thema der vergangenen Jahre hat die Finanzkommunikation so stark dominiert wie der Corona-Virus, stellen die Studienautoren fest. Die Unkalkulierbarkeit der Entwicklung und ihrer Auswirkungen sorgen an den Kapitalmärkten für hohe Unsicherheit. Die Umfrage verdeutliche die Relevanz des Themas für börsennotierte Unternehmen. Erfreulich sei es, dass sich die große Mehrheit der Unternehmen bereits auch kommunikativ auf diese Herausforderung vorbereiten würde.

30% erwarten negative Auswirkungen auf die Ertragslage in 2020

Die Unternehmensvertreter schätzen die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen in den meisten Branchen als sehr begrenzt ein. 37% der Umfrageteilnehmer erwarten negative Auswirkungen auf das Branchenwachstum im Jahr 2020. Besonders betroffen sind laut der Studie der Automobil- und Tourismusbereich. Mittelfristig schätzen lediglich 7% der Befragten die Auswirkungen auf ihr Branchenumfeld negativ ein.

Negative Auswirkungen auf die Ertragslage im aktuellen Geschäftsjahr erwarten 30% der Teilnehmer, während rund zwei Drittel davon ausgehen, dass es keine wesentlichen Auswirkungen gibt. Auch hier schätzen Unternehmen aus den Bereichen Automobil und Tourismus die Lage deutlich kritischer ein als Teilnehmer aus anderen Branchen. Mittelfristig wird die Lage optimistischer eingeschätzt. 85% der Teilnehmer erwarten keine Auswirkungen auf die Ertragslage in den nächsten drei Jahren.

Kommunikation zum Corona-Virus ist überwiegend Chefsache

Trotz der Erwartungshaltung, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen durch den Corona-Virus mittelfristig eher gering bleiben, wird der Kommunikation ein hoher Stellenwert eingeräumt. Etwa drei Viertel der Unternehmen haben bereits eine Kommunikationsstrategie entwickelt oder waren zum Zeitpunkt der Umfrage dabei. Bei 84% der Unternehmen ist der Vorstand direkt in die Abstimmungsprozesse zur Kommunikation zum Corona-Virus involviert.

In der öffentlichen Kommunikation haben die Unternehmen bislang überwiegend defensiv agiert. 59% der Unternehmen geben an, noch in keiner Publikation das Corona-Virus thematisiert zu haben. Dennoch erachten es 70% der Befragten als relevant für die Berichterstattung im Rahmen ihrer Geschäftsberichte. Der scheinbare Widerspruch ergibt sich durch die laufende Berichtssaison, in der viele Unternehmen ihre Geschäftsberichte noch nicht veröffentlicht haben. In den Berichten könnte das Thema insbesondere in den Abschnitten zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (54%), zum Risikobericht (41%) und zur Prognose (37%) Erwähnung finden.

Unternehmen kommunizieren noch zurückhaltend zum Corona-Virus

Auch von „außen“ wird die Thematik Corona-Virus von zahlreichen Stakeholdern an die Unternehmen herangetragen. 80% der befragten Unternehmen haben bereits Anfragen erhalten. Am aktivsten sind Analysten, die bereits an 59% der Unternehmen Anfragen gestellt haben, gefolgt von Journalisten und institutionellen Investoren mit jeweils 56%.

Die Auswirkungen seien von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen sehr verschieden. Das mache die Lage sehr komplex und führe zu Unsicherheit. Der hohe Informationsbedarf zeige sich nicht zuletzt an den vielen Stakeholder-Anfragen. Der Corona-Virus wird die Kapitalmarktkommunikation das gesamte Jahr stark beeinflussen, so das Fazit der Studienautoren.

Die vollständigen Umfrageergebnisse stehen hier zum Download bereit.

(Pressemitteilung Kirchhoff Consult vom 09.03.2020)


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