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Deutsche Börse legt Nachhaltigkeitsindex DAX 50 ESG auf


Aktienanleger können künftig in einen neuen deutschen Index mit Fokus auf Nachhaltigkeit investieren. Die Deutsche Börse hat mit dem DAX 50 ESG einen Index lanciert, der sich als Standard für nachhaltige Investments in Deutschland durchsetzen soll. | © psdesign1 / fotolia.com

Aktienanleger können künftig in einen neuen deutschen Index mit Fokus auf Nachhaltigkeit investieren. Der deutsche Leitindex DAX hat ein neues, nachhaltiges Familienmitglied: den DAX 50 ESG Index. Der neue Index soll sich als Standard für nachhaltige Investments in Deutschland durchsetzen.

Der ESG-DAX speist sich aus den Titeln des HDAX bzw. aus DAX-, MDAX- und TecDAX-Werten und lehnt sich an die Methodologie der DAX-Familie an, teilte die Deutsche Börse mit. Zusätzlich zu den klassischen Kriterien Streubesitzkapitalisierung und Börsenumsatz werden bei der Zusammensetzung des Index Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, kurz ESG (aus dem Englischen für Environmental, Social, Governance) berücksichtigt.

Bei der Indexerstellung würden normbasierte Ausschlusskriterien angewandt, die den UN Global Compact-Prinzipien folgen, außerdem gebe es produktbasierte Ausschlusskriterien, die umstrittene Waffen, Tabak, Kohle, Kernkraft und militärische Verträge umfassen, teilte der Börsenbetreiber mit. Aus den daraus resultierenden Werten wird eine Rangliste aus Marktkapitalisierung, Börsenumsatz und ESG-Bewertung gebildet. Von dieser Liste werden die Top-50-Werte für den Index ausgewählt. Der Index werde alle drei Monate überprüft; wie beim DAX-Index gelten Fast-Exit- und Fast-Entry-Regeln – auch wenn es zu Verstößen gegen die Nachhaltigkeitskriterien kommen sollte.

Sieben DAX-Titel nicht im neuen Index enthalten

Für den neuen Index gilt eine Obergrenze für die Gewichtung einzelner Werte von 7%, während der DAX ein Cap von 10% hat. Sieben DAX-Titel sind in dem neuen Index nicht enthalten. Nicht dabei sind die Energiekonzerne E.ON, RWE, der Gesundheitskonzern Fresenius, der Triebwerksbauer MTU Aero, der Autobauer Volkswagen, die Immobilienfirma Vonovia und der Zahlungsabwickler Wirecard.

Nach Aussage der Deutschen Börse werden Klima- und Umweltrisiken, soziale Faktoren und Aspekte der Unternehmensführung künftig für den Finanzsektor zur Risikobewertung eine essenzielle Rolle spielen. Die Realwirtschaft stehe vor einem Transformationsprozess und es liege in der Verantwortung des Finanzsektors, diesen zu finanzieren. Indizes wie der DAX 50 ESG würden dafür eine wichtige Grundlage bieten.

In wenigen Wochen soll nach Angaben des Börsenbetreibers auch ein börsengehandelter Indexfonds herauskommen. Zudem könnte künftig auch ein Terminkontrakt auf den neuen Index aufgelegt werden.

(Pressemitteilung Deutsche Börse vom 04.03.2020)


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