Kategorien

Drei von vier mittelständischen Unternehmen beklagen schlechteren Zugang zu Krediten


Die Finanzierungsmöglichkeiten für den deutschen Mittelstand haben sich im Laufe des zweiten Pandemie-Jahres deutlich eingetrübt. Drei von vier mittelständischen Unternehmen beklagen einen schlechteren Zugang zu Krediten. Der Finanzierungsengpass könnte den Nach-Corona-Aufschwung gefährden, so der Finanzierungsmonitor 2021 von creditshelf und der TU Darmstadt. | © Marco2811/fotolia.com

Die Finanzierungsmöglichkeiten für den deutschen Mittelstand haben sich im Laufe des zweiten Pandemie-Jahres deutlich eingetrübt. 75% der Unternehmen geben aktuell an, dass sich für mittelständische Unternehmen der Zugang zu Krediten in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert hat. Der Faktor Finanzierung hat damit das Potenzial, neben Logistik- und Lieferproblemen zum nächsten Flaschenhals für den Nach-Corona-Aufschwung zu werden, so der „Finanzierungsmonitor 2021“. Für die Studie hat creditshelf, Finanzierer für digitale KMU-Kredite in Deutschland, zusammen mit der TU Darmstadt mehr als 200 Finanzentscheider aus mittelständischen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen befragt.

Der Finanzierungsmonitor untersucht seit vielen Jahren, wie sich der Zugang zu Krediten für den Mittelstand entwickelt. Das Ergebnis für 2021 ist außergewöhnlich: Noch nie waren die Erwartungen hinsichtlich einer Finanzierung so negativ geprägt, stellen die Studienautoren fest. Noch im Jahr 2020 hatten trotz einer deutlich unübersichtlicheren Pandemielage nur 59% der Befragten angegeben, dass sich der Zugang zu Krediten für mittelständische Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten verschlechtert habe. Dieser Wert stieg binnen Jahresfrist nun um 16 Prozentpunkte.

Finanzierungsengpass gefährdet Nach-Corona-Aufschwung

Die stockende Finanzierung hat nach Meinung der Studienautoren das Potenzial, die wirtschaftliche Erholung nach Aufhebung der Corona-Beschränkungen einzutrüben. Die hiesige Wirtschaft stehe durch die nach wie vor instabilen Logistik- und Lieferketten ohnehin schon unter Druck. Wenn jetzt noch 58% der Befragten befürchten, dass der Faktor Finanzierung ebenfalls zum Flaschenhals für den Nach-Corona-Aufschwung werden könnte, sollte das sehr ernst genommen werden, warnen die Experten.

Wirtschaftlichen Aufschwung mithilfe innovativer Finanzierungsmöglichkeiten aktiv gestalten

Gerade in Aufbruchszeiten nach einer Krise würden sich den Betrieben viele unternehmerische Chancen bieten. Ohne die passenden Investitionsmittel könnten diese Möglichkeiten aber nicht ausgeschöpft werden. Wichtig wird es jetzt sein, den wirtschaftlichen Aufschwung mithilfe flexibler und innovativer Finanzierungsmöglichkeiten als Unternehmen selbst aktiv zu gestalten, so die Autoren der Studie.

Für das eigene Unternehmen sind die Finanzentscheider wie in den Vorjahren zwar etwas optimistischer eingestellt, was die Möglichkeiten einer Kreditaufnahme betrifft. Aber angesichts der Tatsache, dass zwei von drei Befragten der Aussage zustimmen, dass sich ganz konkret auch für ihr Unternehmen der Kreditzugang verschlechtert hat, ist das kein Grund zur Beruhigung. Im Gegenteil – auch hier verzeichnen die Studienautoren den schlechtesten Wert, der je gemessen wurde.

Innovative Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand

Und wie könnte ein Ausweg aus dem derzeitigen Finanzierungsengpass aussehen? Gerade dem Mittelstand stehen heute vermehrt moderne, innovative Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung, stellt die Analyse fest. Um den anstehenden Digitalisierungs- und Investitionsschub zu finanzieren, sollten Unternehmen daher auf diese Alternativen zum klassischen Bankkredit setzen und ihre Pläne zügig umsetzen, so der Rat der Studienautoren.

Die ganze Studie „Finanzierungsmonitor 2021“ können Sie hier herunterladen.

(Pressemitteilung creditshelf vom 02.11.2021)


Top