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German Venture Capital Barometer: Geschäftsklima im deutschen Venture Capital-Markt verbessert sich weiter


Der Geschäftsklimaindizes für den deutschen Beteiligungskapitalmarkt erreicht im 3. Quartal 2021 erneut eine Bestmarke. Die Indikatoren für Geschäftslage und -erwartungen steigen jedoch nur noch mit leichten Zugewinnen. | © WrightStudio/fotolia.com

Das Geschäftsklima im deutschen Venture Capital-Markt hat sich im 3. Quartal 2021 weiter verbessert. Der Geschäftsklimaindikator des Frühphasensegments steigt gegenüber dem bisherigen Bestwert aus dem 2. Quartal 2021 um 4,9 Zähler auf 42,2 Saldenpunkte. Laut KfW und dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, die regelmäßig das German Venture Capital Barometer veröffentlichen, haben dabei sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen zugelegt. Der Indikator für die aktuelle Geschäftslage steigt um 6,1 Zähler auf 41,5 Saldenpunkte, der Indikator für die Geschäftserwartung um 3,8 Zähler auf 42,8 Saldenpunkte.

Bei den Klimakomponenten fällt die Veränderung von zwei Indikatoren besonders auf: der Exitmöglichkeiten und des steuerlichen Rahmens. Nachdem der Indikator der Exitmöglichkeiten im Vorquartal eine Bestmarke erreicht hatte, verliert er im dritten Quartal wieder deutlich. Der Rückgang wurde offensichtlich insbesondere auf einen Stimmungseinbruch in Bezug auf Trade Sales, d.h. die Veräußerung an einen strategischen Käufer wie ein großes Industrieunternehmen, ausgelöst. Der entsprechende Indikator geht nahezu um die Hälfte zurück. Die Exit-Transaktionen des dritten Quartals zeigen allerdings keine Auffälligkeiten, die diesen Einbruch erklären – zumal die Beurteilung der anderen Exitkanäle weiterhin auf ihren oder nahe ihrer Bestmarken bleiben.

Sprunghafte Bewertungen: steuerlicher Rahmen hoch, Exitmöglichkeiten runter

Im Gegensatz dazu lässt sich der Sprung bei der Beurteilung des steuerlichen Rahmens erklären. Im August ist das Fondsstandortgesetz in Kraft getreten, das auch verbesserte steuerliche Regelungen enthält. Darüber hinaus sind die Investoren deutlich zufriedener mit der Entwicklung von Ausfällen und Abschreibungen. So hat sich die Beurteilung des Wertberichtigungsdrucks ebenfalls zweistellig verbessert. Der Indikator zu den Einstiegsbewertungen konnte sich etwas von seinem Rekordtief des letzten Quartals lösen. Er bleibt dennoch tief im „roten“ Bereich, was die anhaltend kompetitiven Einstiegsbewertungen widerspiegelt. Wenig Bewegung aber weiterhin sehr gute Werte zeigen sich beim Fundraisingklima sowie bei der Beurteilung der Stärke des Dealflows, die somit auf ihren oder nahe ihrer Bestmarken bleiben. Daneben liegen die Indikatoren für die Qualität des Dealflows sowie für die Investitionsbereitschaft stabil im „grünen“ Bereich.

Riege der hiesigen Einhörner wird weiter Zuwachs bekommen

Das Venture Capital-Geschäftsklima hat sich im dritten Quartal zwar nur noch marginal verbessert, dennoch steht die neue Bestmarke im Einklang mit der Marktentwicklung, stellen die Studienautoren fest. So wurden auch im abgelaufenen Quartal Venture Capital-Deals realisiert, die ein Volumen umfassen, das wir früher nur in ganzen Jahren gesehen haben. Die kompetitiven Bewertungen der Venture Capital-Deals sind laut des German Venture Capital Barometers das Spiegelbild davon. Diese könnten auch in den nächsten Quartalen noch weiter anziehen, da deutsche Start-ups auch bei internationalen Investoren als sehr aussichtsreich gelten, wie eine aktuelle Umfrage zeigt. Es ist also davon auszugehen, dass die Riege der hiesigen Einhörner weiter Zuwachs bekommt, prognostizieren die Studienautoren.

Hohe Bewertungen auch schon in frühen Runden

Laut des German Venture Capital Barometers war das zweite Quartal durch rege Investitionstätigkeit und nicht zuletzt einige herausragende Finanzierungsrunden gekennzeichnet. Immer mehr Einhörner seien ein großer Erfolg für die Gründer und ihre Investoren. Dies spreche für die deutschen Start-ups- Auch die Zufriedenheit mit dem Fundraising- und dem Exit-Umfeld heizen die Stimmungseuphorie weiter an. Die Kehrseite der Medaille ist das allgemein sehr hohe Bewertungsniveau, das inzwischen auch in frühen Runden aufgerufen wird, erklären die Studienautoren. Die Skepsis demgegenüber scheine bereits auf die Investitionsbereitschaft der Venture Capital-Gesellschaften zu schlagen. Die Herausforderung bestehe nun darin, dass die Start-ups ihre hohen Bewertungen auch langfristig rechtfertigen müssen.

Weitere Informationen zum German Venture Capital Barometer mit ausführlichen Analysen, Datentabellen und Grafiken finden Sie hier.

(Pressemitteilung KfW vom 01.12.2021)

 


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