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Immobilien- und Asset Management: Weitere Konsolidierungen erwartet


Asset-Management- Unternehmen bevorzugen organisches Wachstum zum Geschäftsausbau, was jedoch durch einen Mangel an Gelegenheiten und begrenzte personelle Ressourcen häufig verhindert wird. | © tashatuvango/fotolia.com

Immobilien sind als Anlageklasse gefragter denn je; damit dürften auch Asset-Management-Leistungen rund um die Immobilie gefragt bleiben. Acht von zehn Befragten sehen laut einer aktuellen EY-Studie eine starke Nachfrage für die Zukunft, und die übrigen Teilnehmer sagen, die Nachfrage werde künftig zumindest eher stark sein. Kein einziges der 44 teilnehmenden Unternehmen, die entweder Asset-Management-Dienstleister sind oder aber für eigene Immobilien die entsprechenden Leistungen (oder Teilleistungen) erbringen oder einkaufen, sieht eine negative Tendenz.

Die Nachfrage nach professionellen Asset-Management-Leistungen ist nach wie vor sehr hoch, darin sind sich alle Befragten einig. Für fast 90 Prozent der befragten Unternehmen ist die Qualität des Asset Managers allerdings wichtiger als die Kostenkomponente. Das sind die zentralen Ergebnisse einer gemeinsamen Studie der Ernst & Young Real Estate GmbH (EY Real Estate) und der TRIUVA Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH (TRIUVA), eines führenden Anbieters und Managers von strukturierten Immobilienprodukten in Deutschland.

Insgesamt 45 Unternehmen haben ihre Markteinschätzung zum Thema Asset Management abgegeben, die meisten davon haben mehr als eine Milliarde Euro Assets under Management. Die Befragten verwalten mehrheitlich Büro- und Handelsimmobilien, gefolgt von Logistik- und Industriegebäuden

Fokussierung und Outsourcing

Unternehmen, die sich auf eine Immobiliennutzungsart oder eine Region spezialisieren, werden die besseren Zukunftschancen zugeschrieben als Generalisten. Da das Geschäft immer komplexer wird, werden gerade von kleinen und mittleren Unternehmen Teilaufgaben zunehmend ausgelagert werden müssen. Rund 80 Prozent der Befragten bestätigen, dass der Spezialisierungsgrad von Asset-Management-Dienstleistungen in Bezug auf die Nutzungsklassen zunehmen wird.

Organisches Wachstum ist begrenzt

„Es ist derzeit sehr viel Bewegung am Markt“, sagt Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate, der die Untersuchung mitverantwortet. „Personelle Ressourcen und der Mangel an Opportunitäten erschweren aber den Geschäftsausbau im Asset Management. Demzufolge sind Zukäufe oft die einzige Möglichkeit, um der steigenden Nachfrage und den höheren Anforderungen gerecht werden zu können.“ Alexander Becker, Leiter Asset Management bei TRIUVA und ebenfalls für die Studie verantwortlich, ergänzt: „Dass die Spezialisten künftig im Vorteil sind, hat sich schon seit Längerem angedeutet, und auch Outsourcing-Tendenzen haben eine gewisse Historie.“ Die Dynamik bei Zusammenschlüssen und Übernahmen von Unternehmen sei jedoch überraschend. Zwar würden rund 80 Prozent der Asset Manager lieber organisch wachsen, während M&A-Strategien nur bei 20 Prozent beliebt seien. Dennoch habe jeder dritte Befragte im vergangenen Jahr mindestens ein konkretes Kauf- beziehungsweise Übernahmeangebot erhalten.

Alexander Becker kommentiert: „Konsolidierungen sind zu erwarten, das ist letztendlich ein ganz normaler Prozess, wie wir ihn in anderen Bereichen auch beobachten. Dies ist auch der weiteren Professionalisierung der Branche geschuldet.“ Im Rahmen der Zukäufe fehle aber oft eine klare Vision der Zusammenarbeit, davon gehen rund 50 Prozent der Befragten aus; ebenfalls rund 50 Prozent sehen in der fehlenden internen Kommunikation einen der am häufigsten vernachlässigten Erfolgsfaktoren.

RICS-Leistungskatalog

Die zunehmende Professionalisierung sei auch an anderer Stelle abzulesen: Drei Viertel der Befragten kennen den Asset-Management-Leistungskatalog der RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors). „Es hat erfreuliche Fortschritte gegeben bei der Frage, was genau eigentlich Asset Management ist“, sagt Dietmar Fischer von EY. „Die Abgrenzung zu anderen Disziplinen wie zum Beispiel Property Management ist heute klarer als noch vor wenigen Jahren. Das Wissen ist aber noch immer nicht ausreichend in die Praxis übersetzt.“

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung EY vom 04.05.2016)


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