Kategorien

Inkasso-Umfrage: Zahlungsmoral top – Insolvenzen sinken


Die Rechnungstreue im ersten Halbjahr 2015 ist top, von öffentlicher Hand aber leider flop. | © Denis Junker / fotolia.com

Das Zahlungsverhalten in Deutschland hat sich auf hohem Niveau weiter verbessert. In ihrer Halbjahresumfrage melden 64 Prozent der Inkassounternehmen, dass Rechnungen jetzt genauso gut wie vor sechs Monaten bezahlt werden. 20 Prozent haben sogar eine noch bessere Zahlungsmoral beobachtet.

Das Zahlungsverhalten in Deutschland ist hervorragend. Grund dafür ist die gute Konjunktur, verbunden mit einer niedrigen Arbeitslosigkeit und einem für Unternehmen wie für Verbraucher attraktiven Investitionsklima. Daher gehen auch die Firmeninsolvenzen weiter zurück. Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) prognostiziert bis Ende des Jahres etwa 22.500 Verfahren (2014: 24.085). Auch die Verbraucherinsolvenzen werden zurückgehen – auf voraussichtlich rund 82.000, nach 86.298 in 2014.

Branchenvergleich

Probleme mit der Rechnungstreue ihrer Kunden haben aktuell das Handwerk (45 Prozent der BDIU-Mitglieder melden das), der Online- beziehungsweise Versandhandel (44 Prozent) sowie die Energieversorgungswirtschaft (37 Prozent). Vergleichsweise gut läuft es im Gastgewerbe – hier berichtet nicht einmal jedes zwölfte Inkassounternehmen von Schwierigkeiten.

Öffentliche Hand zahlt schlechter

Völlig gegensätzlich zum guten allgemeinen Zahlungsverhalten ist die Entwicklung bei öffentlichen Auftraggebern. 86 Prozent der Inkassounternehmen melden, dass deren Zahlungsverhalten unverändert schlecht ist. 11 Prozent berichten sogar von einer weiteren Verschlechterung. „Die öffentliche Hand sollte beim Zahlungsverhalten eine Vorbildfunktion haben“, kritisiert BDIU-Präsident Wolfgang Spitz. „Ein Grund, warum das leider nicht der Fall ist, dürfte wohl auch darin zu sehen sein, dass viele Städte und Gemeinden selbst über kein gutes, eigenes Forderungsmanagement verfügen.“  Alleine die Kommunen haben in Deutschland derzeit offene Forderungen von über 20 Milliarden Euro.

(BDIU / Viola C. Didier)


Top