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Mittelstandsfinanzierung: Strategien und Hemmnisse in Krisenzeiten


Mittelständische Unternehmen suchen neue Strategien, um in Zeiten von Corona-Pandemie und Lockdown ihre Finanzierung zu sichern. | © magele-picture/fotolia.com

Wie finanzieren sich kleine und mittlere Unternehmen in wirtschaftlich angespannten Zeiten? Jeder zweite Entscheider (49%) in KMU wünscht sich mehr Unabhängigkeit von der Hausbank. Corona-bedingt sind 14% aktiv geworden und haben neue Instrumente geprüft, zum Beispiel Factoring. In der Umsatzgrößenklasse 2,5 bis 50 Mio. Euro war fast jeder Vierte (23%) durch die Krise mit Finanzierungsalternativen befasst, bei den Branchen vor allem Im- und Export (24%), Handel (19%) und Bau (19%), so eine Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Factoring für den Mittelstand (BFM).

Vier von zehn Befragten halten es laut der Umfrage für sinnvoll, sich bei der Liquiditätsbeschaffung breiter aufzustellen. Eine ausgewogene Finanzierung umfasse neben Eigen- und Fremdkapital auch Beteiligungen, Factoring und Leasing, erklären 42% der befragten Unternehmen. Unabhängig von den Instrumenten: Einen persönlichen Kontakt zu den Finanzpartnern findet die große Mehrheit (92%) der Entscheider wichtig, so der Bundesverband Factoring für den Mittelstand.

Wenig Erfahrung mit Factoring

Besonders offen für einen Mix der Instrumente sind Unternehmen der Größenklasse 2,5 bis 50 Mio. Euro (53%), ebenso die Branchen Im- und Export (60%) und das verarbeitende Gewerbe (52%). Geht es um die betriebliche Praxis, zeigt sich der Studie zufolge ein anderes Bild, etwa beim Factoring. Auch in der Krise setzt nur eine Minderheit der KMU die in Forderungen gebundene Liquidität unverzüglich frei.

62% der Entscheider sagen, sie wüssten zu wenig über Factoring, um es in ihrem Unternehmen anzuwenden. Vor vier Jahren waren es noch 75%. Die Unsicherheit geht also deutlich zurück, stellen die Studienautoren fest. Wer schon Erfahrung mit Factoring habe, setze es heute gezielter ein, um krisenrelevante Vorteile zu nutzen. Das seien zum einen die schnellen Mittelzuflüsse und der regresslose Schutz bei Zahlungsausfall, der mit dem Abtreten von Forderungen verbunden ist. Zum anderen könnten Factoring-Anwender ihren Kunden oftmals längere Zahlungsziele einräumen – ein Vorteil im Wettbewerb, gerade auch in der aktuellen Lage.

Mehr Liquidität und Sicherheit

Laut Studie halten 45% der Befragten die Sicherheitsfunktion für einen zentralen Vorteil von Factoring. Am stärksten wird der Ausfallschutz in den Branchen Bau (56%) und Dienstleistung (52%) geschätzt. Ähnliche Zustimmung findet das umsatzkongruente Prinzip von Factoring. Eine Finanzierung, deren Volumen automatisch mit dem Umsatz wächst, sei interessant für ihr Unternehmen, sagen 43% der Entscheider. Am höchsten ist die Zustimmung in den Bereichen Dienstleistung (55%) sowie Im- und Export (49%), ebenso in Unternehmen mit 2,5 bis 50 Mio. Euro Umsatz (55%).

Digitalisierte Prozesse nehmen zu

Digitalisierte Prozesse wie die Sofortauszahlung beim Factoring prägen auch immer stärker das Rechnungswesen. Der Umfrage zufolge planen 39% der KMU die Nutzung von digitalen Rechnungsformaten. In der Umsatzgrößenklasse 2,5 bis 50 Mio. Euro sind es 62%, bei Unternehmen bis 2,5 Mio. Euro Umsatz 37%, so der Factoring-Verband.

Für die BFM Factoring-Studie 2021 wurden 1.685 Unternehmen in Deutschland mit einem Jahresumsatz von unter 50 Mio. Euro befragt.

(Pressemitteilung Bundesverband Factoring für den Mittelstand vom 26.01.2021)


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