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Nachhaltige Geldanlagen in Deutschland erreichen Höchststand


Besonders institutionelle Investoren interessieren sich vermehrt für nachhaltige Finanzprodukte. | © weerapat1003/fotolia.com

Immer mehr Anleger entscheiden sich für Geldanlagen, bei denen neben den klassischen Finanzaspekten Liquidität, Rentabilität und Sicherheit auch soziale, ethische und ökologische Kriterien einfließen. Dies belegen die vom Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) veröffentlichten Jahresstatistiken. Demnach ist der nachhaltige Anlagemarkt 2015 in Deutschland um sieben Prozent auf knapp 137 Mrd. € angewachsen. Werden ausschließlich nachhaltige Investmentfonds und Mandate betrachtet, liegt das Plus sogar bei 31%.

„Vor allem institutionelle Investoren setzen auf nachhaltige Anlagen“, erklärt der FNG-Vorstandsvorsitzende Volker Weber bei der Präsentation des FNG-Marktberichts. „Auch wenn in Deutschland private und institutionelle Anleger jeweils in absoluten Zahlen hinzugewonnen haben, konnten letztere ihren Marktanteil an Nachhaltigen Geldanlagen auf den Spitzenwert von 85% ausbauen. Privatanleger haben dagegen mit einem Anteil von 15% etwas verloren. Die wichtigste Gruppe der institutionellen Investoren im Bereich der Nachhaltigen Geldanlagen sind öffentliche Pensionsfonds, gefolgt von kirchlichen Institutionen & Wohlfahrtsorganisationen sowie Stiftungen. Bei der Entscheidung für Nachhaltige Geldanlagen spielen neben ethischen Fragen insbesondere bei institutionellen Investoren Aspekte wie Risiko-Management und Reputation eine Rolle.“

Klimastrategien gewinnen für den Finanzmarkt an Bedeutung

Gerade im Zusammenhang mit dem Klimawandel ergeben sich für die Finanzbranche neue Risiken. Beispielsweise können Unternehmen mit CO2-intensiven Geschäftsmodellen überbewertet sein, wenn zur Einhaltung des Zwei-Grad-Ziels weniger fossile Brennstoffe gefördert werden dürfen. Die zentralen Strategien im Umgang mit diesen Herausforderungen sind dem FNG-Marktbericht zufolge die Ausübung der Stimmrechte auf Aktionärsversammlungen und Dialoge im Sinne einer klimafreundlichen Unternehmenspolitik, grüne Investitionen und der Ausschluss besonders emissionsstarker Titel, das so genannte Divestment. Weniger verbreitet ist es bislang, den CO2-Fußabdruck von Finanzprodukten zu messen, auch wenn hier 2016 noch viel an Aktivität zu erwarten ist.

„Nach den Beschlüssen des Pariser Klimagipfels im vergangenen Jahr und dem beachtlichen klimapolitischen Engagement der Finanzbranche mit Initiativen wie dem Montréal Pledge oder der Einführung von Divestment-Strategien ist es nun gerade auch im Sinne der Anleger zentral, hierauf weiter aufzubauen“, betont FNG-Geschäftsführerin Claudia Tober. „Aus den Erhebungen zum FNG-Marktbericht wissen wir, dass sich die Finanzakteure ihrer Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen bewusst sind und auch die Risiken des Klimawandels zunehmend proaktiv angehen. Aber auch Maßnahmen der öffentlichen Hand können sinnvoll sein. Hierfür ist Frankreich mit dem 2015 verabschiedeten Gesetz zur Energiewende und grünem Wachstum ein gutes Beispiel.“

Das FNG stellt mit seinem Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen seit über zehn Jahren umfassende Statistiken zu den nachhaltigen Anlagemärkten in Deutschland, Österreich und der Schweiz zur Verfügung.

(Pressemitteilung FNG vom 11.05.2016)


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