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Sparmaßnahmen im Finanzbereich werden ausgebaut


Trotz steigender Umsätze wird das Personal im Finanzbereich globaler Großunternehmen im laufenden Geschäftsjahr weiter abgebaut. | © Zerbor/fotolia.com

Die Finanzabteilungen internationaler Großunternehmen planen im Geschäftsjahr 2016 einen weiteren Personalabbau, nachdem ihr Personalbestand bereits 2015 um 1,6 und 2014 um 0,5% reduziert wurde. Das ergab die Studie Finance Key Issues 2016, des internationalen Beratungsunternehmen The Hackett Group.

Diese Entwicklung im Personalbereich ist vor allem bedingt durch den verstärkten Einsatz neuer Technologie zur Automatisierung transaktionaler Prozesse wie Datenerhebung, Rechnungserstellung oder Buchhaltung. Die gleichzeitige Neueinstellung höher qualifizierter Mitarbeiter für analytische und strategische Aufgaben kann diese Entwicklung zahlenmäßig nicht kompensieren. Jörg Liphard, bei Hackett in Deutschland Experte für den Finanzbereich, erläutert die Situation: “Dieser Trend zur konsequenten und stetigen Kostenreduzierung wird sich weiter fortsetzen, obwohl die Umsätze in diesem Jahr um rund 3,7 Prozent wachsen werden. Parallel dazu steigen die Anforderungen an den Finanzbereich in den Unternehmen ebenfalls stetig: Diesem Bereich kommt immer mehr eine zentrale Schlüsselfunktion zu. Neue Technologien und Instrumentarien zur Bereitstellung von qualifizierten Informationen sowie zur wertbeitragenden Datenanalyse werden stetig weiterentwickelt, mit denen optimierte Entscheidungsprozesse für Unternehmenserfolge möglich werden.“

Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, empfehlen die Hackett-Berater den Unternehmen folgende Schritte:

  • Personalentwicklung im Finanzbereich: Anstatt bloße buchhalterische Fähigkeiten und Kenntnisse vorzuhalten, muss verstärkt Personal in Richtung analytischer und strategischer Talente entwickelt werden, sowie extern gesucht und intern ausgebildet.
  • Finanzprozesse neu gestalten: Da die funktionalen Budgets in den Finanzbereichen gekürzt werden, müssen die Bereiche Kapazitäten und Mittel im transaktionalen Bereich freisetzen, um sie wertschöpfend nutzen zu können, wie für die Entwicklung der Mitarbeiter oder der Implementierung neuer Technologien. Dadurch wird die unternehmerische Agilität gesteigert, strategische Ziele werden klarer definiert und konsequenter umgesetzt, Wettbewerbsvorteile können genutzt und nicht zuletzt Kosten gespart werden.
  • Transformation des Finanzbereichs: Um die Transformation zu einem wertsteigernden Bereich möglich zu machen, müssen die Finanzbereiche ein neues Selbstverständnis über traditionelle Strukturen hinaus entwickeln: Business Partnerschaft zu anderen Bereichen, Wertschöpfung und Best Practice als Zielvorgaben sowie konsequenter Einsatz neuer Technologie und Förderung und Nutzung der Mitarbeitertalente müssen als Rahmenwerk Gültigkeit haben. Zudem gilt es, eine Roadmap zu entwickeln, die alle Möglichkeiten neuer Kommunikation, Informationsverarbeitung und Analytik nutzt, also Social Media, mobile Geräte, Cloud, Big Data.

Jörg Liphard zieht Fazit: „Es ist klar, dass die Finanzbereiche diese Schritte nicht alle auf einmal machen können – eine Priorisierung analog zu den Möglichkeiten, den strategischen Zielen der Unternehmen, der Komplexität des Umfeldes und der Märkten, in denen sie aktiv sind, ist von enormer Bedeutung.“

Für die Studie untersuchte Hackett weltweit rund 180 Unternehmen mit Umsätzen von mindestens einer Milliarde US-Dollar; etwa ein Drittel davon sind europäische Unternehmen.

(Pressemitteilung Hacket vom 09.05.2016)


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