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    Studie: Deutsche Wirtschaft nimmt Blockchain ernst

    Blockchain
    Für die „Potenzialanalyse Blockchain“ hat YouGov im Auftrag von Sopra Steria Consulting im Juli und August 2017 mehr als 200 Geschäftsführer, Vorstände, Führungskräfte sowie fachliche Experten aus Unternehmen mehr als 500 Mitarbeitern befragt. | ©DenysRudyi/fotolia.com

    Die Verbreitung der Blockchain-Technologie in der Wirtschaft gewinnt an Fahrt. 47 % der für die aktuelle YouGov-Studie „Potenzialanalyse Blockchain“ befragten Unternehmen, die Blockchain kennen, prüfen den Einsatz im eigenen Haus, 21 % arbeiten an Prototypen.

    In Deutschland hat sich inzwischen eine Blockchain-Szene mit vielen Startups etabliert. Das Interesse an Blockchain-basierten Anwendungen innerhalb der deutschen Wirtschaft ist entsprechend groß. Die Mehrheit der Unternehmen möchte den Blockchain-Zug nicht verpassen, auch wenn praktische Anwendungen sich erst durchsetzen müssen. Knapp neun von zehn befragten Unternehmen, die Blockchain kennen, befassen sich mit der Technologie. Der Großteil von ihnen sammelt derzeit vor allem Informationen und tüftelt an möglichen Anwendungsfällen. Der Mehrheit fehlt es allerdings noch an Erfahrungswerten. Nur 7 % der Fach- und Führungskräfte halten die Technologie aktuell für marktreif. Für rund jeden Zweiten befindet sie sich in einem Experimentierstadium.

    Die häufigsten praktischen Anwendungen betreffen Zahlungsprozesse

    Ziel der meisten Unternehmen ist, den Umgang mit Geld, Dokumenten, Identitäten und Sachwerten künftig deutlich zu vereinfachen, zu beschleunigen und sicherer zu machen. Die befragten Unternehmen, die Blockchain bereits einsetzen, nutzen die Technologie unter anderem für eine Anwendung in der Zahlungsabwicklung. Befragte Banken und Versicherer vereinfachen zudem ihr Identity Management durch Blockchain und nutzen die Technologie beispielsweise für gesetzliche vorgeschriebene Know-your-customer-Prozesse.

    Optimierung von Lieferketten

    Ein weiteres Einsatzgebiet ist die verbesserte Steuerung von Lieferketten. Über regelbasierte Verfahren auf Basis eines Smart Contracts werden Transportabläufe automatisiert. Das spart Zeit und Kosten. Zudem lassen sich Betrugsrisiken deutlich eingrenzen. Neue Geschäftsmodelle, beispielsweise die Nutzung von Mietgegenständen sowie der Verkauf von Musik und anderer Medien ohne Zwischenhändler sind weitere Anwendungsfelder.

    Manager fordern Verbesserungen

    Übergreifend hapert es noch an den praktischen Ideen und am Gespür, ob Blockchain die richtige Technologie ist. Jede zweite befragte Fach- und Führungskraft sieht die Chance auf komplett neue Geschäftsmodelle, 29 % wollen sich Vorteile gegenüber Wettbewerbern verschaffen. Jeder Fünfte tut sich allerdings noch schwer damit, sinnvolle Einsatzmöglichkeiten zu finden. Fehlende Anwendungsfälle für das eigene Unternehmen sind ein zentrales Argument gegen den Blockchain-Einsatz.

    Zweifel an der Sicherheit

    Andere Hürden sind Zweifel an der Sicherheit, der vermeintliche Energiehunger der Technologie und die Kosten für die Implementierung. Defizite hat Blockchain aus Sicht der Entscheider zudem beim Datenschutz. 51 % der Befragten sehen dringend Verbesserungsbedarf beim Schutz vertraulicher Informationen, bevor sie auf die Technologie setzen wollen.

    Blockchain wird Geschäft maßgeblich verändern

    Trotz fehlender Erfahrungswerte und fehlender technischer sowie rechtlicher Standards: 61 % der befragten Fach und Führungskräfte sind überzeugt, dass die Blockchain-Technologie ihre Branche in den kommenden fünf Jahren verändern wird. Es gibt selbst Stimmen, die Blockchain das Potenzial zutrauen, für Transaktionen das zu werden, was das Internet für den Austausch von Informationen ist.

    Mehr zum Thema

    Mehr zum Thema Blockchain erfahren Sie im Interview „In der Welt der Blockchain ist der Code das Recht“ mit Rechtsanwalt und Software-Entwickler Florian Glatz.

    (Sopra Steria Consulting, PM vom 19.10.2017 / Viola C. Didier)


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