Kategorien

Studie zur globalen Vermögensbilanz: Vermögen der Welt seit 2000 verdreifacht


Vermögensentwicklung vom Wachstum entkoppelt? Das Nettovermögen der Welt ist seit 2000 trotz Krisen auf 510 Billionen USD angewachsen und hat sich damit verdreifacht. Zwei Drittel des Vermögens stecken in Immobilien, nur 20% ist in produktiven Werten wie Infrastruktur, Maschinen und geistigem Eigentum gebunden. | © m.mphoto/fotolia.com

Das globale Nettovermögen hat sich in den vergangenen 20 Jahren auf 510 Billionen USD verdreifacht. Dies geht aus der neuen Studie „The rise and rise of the global blance sheet“ des McKinsey Global Institute (MGI) hervor. Dafür hat das MGI die Weltwirtschaft mit Hilfe von Bilanzierungsmethoden, wie sie aus der Unternehmenswelt bekannt sind, analysiert, anstatt wie üblich anhand des BIP.

Mit diesem Vermögenswachstum sind zwei Paradoxien verbunden, stellen die Studienautoren fest. Erstens: In einer Zeit, in der die Weltwirtschaft digital und immateriell geworden ist, sind immer noch zwei Drittel des weltweiten Nettovermögens in Immobilien gespeichert. Hingegen stecken nur etwa 20% in Vermögenswerten, die die Produktivität und das Wachstum vorantreiben, wie z.B. Infrastruktur, Maschinen und geistiges Eigentum. Zweitens: Gemessen am gesamtwirtschaftlichen Einkommen liegt die Höhe der Vermögenswerte heute fast 50% über ihrem langfristigen Durchschnitt. Denn die Preise von Vermögenswerten sind in einem Umfeld sinkender Zinssätze massiv schneller gestiegen als die allgemeine Inflation.

Wie kann Vermögen produktiver eingesetzt und zukunftsorientierter investiert werden?

Deutschland ist im globalen Vergleich keine Ausnahme – die Ergebnisse der Studie gelten so auch für unsere Volkswirtschaft. In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Vermögen in Deutschland mehr als verdoppelt, von 9,6 Billionen € auf über 20 Billionen €. Alle Wirtschaftsakteure müssen sich daher die Frage stellen, wie wir unser Vermögen produktiver einsetzen und zukunftsorientiert investieren, fordern die Studienautoren. Die großen Themen unserer Zeit bieten sich dafür an: Der Kampf gegen den Klimawandel, die Anpassung an den demografischen Wandel und eine moderne Infrastruktur.

Das Finanzsystem hat das Wachstum der Vermögenspreise widergespiegelt und mitfinanziert: Für jeden USD an neuen Nettoinvestitionen hat die Weltwirtschaft laut der Analyse ihre Verbindlichkeiten um etwa 4 USD erhöht, wovon fast 2 USD neue Schulden waren. Wenn man sich die globale Bilanz der letzten zwei Jahrzehnte ansieht, kann man man einige Muster erkennen, die sich von denen der Vergangenheit unterscheiden, erklären die Studienautoren. Mehr Wohlstand könne ein Grund zum Feiern sein. Wenn die Vermögenswerte und die damit verbundenen finanziellen Verbindlichkeiten jedoch schneller steigen als das Einkommen, sei es legitim, sich zu fragen, ob diese Verschiebung langfristig tragbar ist.

Die Studie „The rise and rise of global balance sheets“ finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung McKinsey & Company vom 17.11.2021)


Top