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Unternehmens-Treasurer erwarten weitere Talfahrt der Zinsen


Unternehmens-Treasurer sind durch die Negativzinsen beunruhigt und sorgen sich um die europäische Wirtschaft. | © DOC RABE Media/fotolia.com

Die für Finanzanlagen verantwortlichen Manager in deutschen Unternehmen befürchten, dass das Zinsniveau auch auf längere Sicht weiter sinken wird: Mehr als die Hälfte (54%) von 201 befragten Unternehmens-Treasurern rechnen damit, dass der 3-Monats-Euribor bis Ende 2017 von derzeit -0,2 auf -0,5% oder noch tiefer sinken wird – in einer entsprechenden Vorjahresumfrage rechneten nur 36% mit einem längerfristig negativen Interbankenzinssatz für den Euroraum.

35% der befragten Treasurer erwarten einen Zins von bis zu -0,5% (im Vorjahr 26%), 16% (Vorjahr: 9%) rechnen sogar mit einem Zins von bis zu -1%. Nur noch 22% (Vorjahr: 31%) erwarten einen 3-Monats-Euribor im Bereich von 0%. Dies ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Umfrage von Schwabe, Ley und Greiner. Die Mehrheit der 201 teilnehmenden Unternehmens-Treasurer hat leitende Funktionen in großen Unternehmen, die über 500 Mio. € Umsatz erzielen.

Die Negativzinsen beunruhigen die Finanzverantwortlichen in Unternehmen . „Die Geldpolitik der EZB hat tiefe Spuren hinterlassen. Für durchschnittliche Guthaben ab etwa 5 Mio. € werden derzeit bereits Strafzinsen in Höhe von -0,3 bis -0,5% im Jahr berechnet. Und wenn die Unternehmen variabel verzinste Kredite in Anspruch nehmen, können sie noch höhere Kreditmargen als eigentlich vereinbart zahlen, weil selbst bei einem negativen Basiszinssatz die Kreditmarge auf einem Zinssatz von mindestens 0% berechnet wird “, so Georg Ehrhart, Partner von Schwabe, Ley und Greiner.

Steigende Konjunktursorgen und unterschiedliche Erwartungen an den Dollarkurs

Deutlich pessimistischer als in der letztjährigen Umfrage sind die Unternehmens-Treasurer in Bezug auf die Entwicklung der europäischen Wirtschaft: 43% befürchten, dass sich die Lage der europäischen Wirtschaft im nächsten Jahr verschlechtern wird – damit hat sich der Anteil der Pessimisten nach 21% im Vorjahr verdoppelt. 33% (Vorjahr: 32%) gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Nur noch 24% – nach 47% im Vorjahr – rechnen damit, dass es Europa im kommenden Jahr wirtschaftlich besser gehen wird.

Die Treasurer wurden darüber hinaus gefragt, welche Entwicklung des Euros zum USD sie bis Ende 2017 erwarten. Zum Zeitpunkt der Umfrage lag der Euro/USD-Kurs bei 1,10 (im Mai 2015 bei 1,05). Zwar gehen 42% (43% im Vorjahr) der Befragten davon aus, dass der Euro in eineinhalb Jahren Parität erreicht oder sogar unter 1,0 liegen wird. Doch immerhin 31% (Vorjahr: 21%) rechnen mit einem Kurs von 1,20 € und sogar noch darüber. 28% erwarten ihn auch weiterhin in einem Bereich von 1,10 USD (Vorjahr 36%).

Unternehmenserträge vielfach unabhängig von Wechselkursentwicklung

Erstmals befragten Schwabe, Ley & Greiner die Treasurer auch nach den konkreten Auswirkungen der Kursschwankungen auf ihre Erträge. Auf die entsprechende Frage erklärten 74% der Befragten, der Euro/USD-Wechselkurs habe keine oder nur geringfügige Auswirkungen auf die eigene Rohmarge (Umsatz minus Wareneinsatz). Immerhin ein knappes Viertel (24%) der Unternehmen sieht allerdings wesentliche bis starke Einflüsse auf die Rohmarge. „Dass drei Viertel der deutschen Unternehmen trotz hoher Exportquoten gelassen auf die Wechselkursentwicklung blicken können, belegt ihre hohe Wertschöpfung und starke Marktstellung. Offenkundig können viele von ihnen Preissteigerungen an ihre Kunden weitergeben“, kommentiert Ehrhart.

(Pressemitteilung Schwabe, Ley & Greiner vom 17.03.2016)


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