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Venture Capital-Investitionen auf Rekordniveau: Neue Player sorgen für Liquiditätsschwemme


Die Zinsen bei Null, die Börse auf Rekordniveau, die Schatullen weit geöffnet: Venture Capital-Geber investieren derzeit rund um den Globus so viel wie nie zuvor in Start-ups. Rund 127 Mrd. USD waren es allein im ersten Quartal, und Fintechs zählten zur ersten Wahl der Investoren, wie der Venture Pulse 2021 von KPMG zeigt. | © WrightStudio/fotolia.com

Investoren haben im zweiten Quartal dieses Jahres weltweit 157,1 Mrd. USD Venture Capital in Start-ups gesteckt – so viel wie noch nie zuvor innerhalb von drei Monaten. Damit stieg die Summe des ersten Halbjahres auf 304,3 Mrd. USD – das ist mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahrs (141 Mrd.). Das zeigt der neue Venture Pulse von KPMG, für den regelmäßig die globalen Venture Capital-Investitionen ausgewertet werden. Laut der Studie basiert der Boom im Wesentlichen auf drei Faktoren: die Investoren verfügen über reichlich Cash, die Unternehmen sind hoch bewertet, und es gibt rege IPO-Aktivitäten. Auch für das auslaufende Quartal erwarten die Spezialisten der Unternehmensberatung weltweit stabile VentureCapital-Investitionen.

Auffällig ist die wachsende Zahl der Länder mit „Mega“-Finanzierungsrunden von mind. 1 Mrd. USD. So konnten sich im zweiten Quartal unter anderem Northvolt (Schweden, 2,75 Mrd.) sowie die US-Unternehmen Waymo (2,5 Mrd.), SpaceX (1,2 Mrd.) und Epic Games (1 Mrd.) ebenso namhafte Summen sichern wie J&T Express (Indonesien, 2 Mrd.), BYJU (Indien, 1,5 Mrd.), Horizon Robotics (China, 1,5 Mrd.), Nubank (Brasilien, 1,5 Mrd.), Celonis (Deutschland, 1 Mrd.) und MessengerBird (Niederlande, 1 Mrd.). Laut der Studienautoren zeigen diese Deals die Vielfalt der Branchen, in die Risikokapital fließt. Sie reichen von alternativen Energien über Fintechs, Bildung und Gaming bis hin zu Logistik und Raumfahrt.

Neue Player mischen mit

Aufgrund vieler erfolgreicher Börsengänge in letzter Zeit und der wachsenden Angst, attraktive Investitionsmöglichkeiten zu verpassen, treten zunehmend auch neue Player auf den Markt, die bisher nicht zu den klassischen Venture Capital-Investoren zählten. Dazu gehören Staats- und Pensionsfonds ebenso wie Universitätsstiftungen und Family Offices. Auch wenn einige dieser Marktteilnehmer auch vorher schon in kleinerem Umfang in Start-ups investiert haben mögen, ist doch auffällig, dass diese inzwischen immer mehr Kapital in junge Wachstumsunternehmen stecken, stellen die Studienautoren fest. Und auch Hedgefonds und klassische Investmentfonds sehen vor allem bei potenziellen Börsenkandidaten vergleichsweise günstige Chance-Risiko-Relationen. Und so werde der ohnehin schon massive Kapitalfluss in dieses Marktsegment weiter verstärkt.

Den KPMG Venture Pulse-Report finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung KPMG vom 21.07.2021)


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