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Versicherer investieren immer mehr in Immobilien


Die anhaltenden Niedrigzinsen treiben die Versicherer laut einer EY-Studie immer stärker zur Geldanlage in Immobilien. | © Robert Kneschke/fotolia.com

Um ihre Garantiezinsversprechen einhalten zu können, setzen deutsche Versicherungen künftig auf noch mehr Immobilien im Anlageportfolio: Die Immobilienquote ist von 7,6% im Jahr 2015 auf 9,3% im Jahr 2016 gestiegen. Dieser Trend soll sich im Laufe des Jahres weiter fortsetzen.

Dabei legen die Versicherungsunternehmen den Fokus zunehmend auf andere Immobilien als in der jüngeren Vergangenheit. Bei den Nutzungsarten geht der Trend wieder zur Büroimmobilie, dies bestätigen 75% der Befragten, im letzten Jahr waren es nur 35%. Die lange favorisierte Einzelhandelsimmobilie hat etwas an Attraktivität eingebüßt. Während sich die räumlichen Präferenzen kaum verändert haben – Deutschland und Europa sind die am meisten begehrten Investitionsregionen – hat die Risikobereitschaft weiter zugenommen.

Das sind Ergebnisse des Real Estate Trendbarometers Assekuranz 2016 von EY Real Estate. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Bedeutung von Core+- Objekten weiter zugenommen, die nun zur favorisierten Risikoklasse der Assekuranz aufgestiegen sind. Auch das Interesse an Value-Added-Investitionen ist im Vergleich zum letzten Jahr stark gestiegen. „Mehrheitlich setzen Versicherungsunternehmen aber natürlich weiterhin auf sichere Immobilien“, sagt Dietmar Fischer, Partner bei EY Real Estate und verantwortlich für die Studie. „Aber die Schere schließt sich langsam, und zwar von oben.“ Das Interesse an sicherheitsorientierten Investments sei weiterhin hoch, jedoch geringer als im letzten Jahr.

Projektentwicklungen im Trend

„Die Renditen sind gerade im stark nachgefragten Core-Bereich weiter gesunken“, erläutert Fischer. „Die Renditeerwartungen der Versicherungen haben sich aber trotzdem kaum verändert – ein Indiz dafür, dass die Unternehmen auf der Risikoleiter etwas weiter nach oben gehen.“ Gerade Projektentwicklungen seien über längere Zeit mehr oder weniger ein Tabu gewesen, denn sie seien mit Fertigstellungs- und Vermietungsrisiken verbunden. „Heute werden Projektentwicklungen teilweise schon vor der Baugenehmigung veräußert“, so Fischer. Durch zusätzliche Maßnahmen würden die Risiken kontrolliert. „Die Käufer sichern sich beispielsweise durch ein intensives Baucontrolling ab.“ Dies bestätigen auch die Umfrageergebnisse: 45% der Befragten favorisieren Projektentwicklungen als Investment. Dass die Risiko¬bereitschaft auch beim Ankauf bereits fertiggestellter Objekte klare Grenzen hat, zeigt ein anderes Ergebnis: Immobilien in B- und C-Lagen lehnen die Befragten mehrheitlich ab.

Suche nach Nischen

Für ihren direkten Immobilienbestand erwartet die Assekuranz der Studie zufolge aktuell eine Rendite von 4,3%, für die indirekten Anlagen eine solche von 4,9%. Bei den indirekten   Anlagen dominieren gegenwärtig vor allem offene Immobilien-Spezialfonds und geschlossene Fonds. Auch die Finanzierung von Immobilien für Dritte ist weiterhin eine Alternative – Real Estate Debt Funds stehen bei immerhin 20% der befragten Unter¬nehmen auf dem Einkaufszettel. „Die Unternehmen suchen nach Nischen, in denen sie die Sicherheit von Immobilien finden und zugleich wieder etwas höhere Renditen. Viele denken hier bei¬spielsweise an Infrastrukturinvestments“, so Fischer. Zwar planen nur 30% der Unternehmen Zukäufe in diesem Bereich, aber 7 von 10 Unternehmen beschäftigen sich nach eigenen Angaben mit dem Thema.

Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung EY vom 07.06.2016)


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