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Viele börsennotierte Unternehmen sind mit ihrer Aktionärsstruktur unzufrieden


Auf der Wunschliste der Unternehmen stehen institutionelle Investoren mit 32% ganz oben. Dagegen wünschen sich nur 6% mehr Privatanleger. | © mindscanner/fotolia.com

Börsennotierte Unternehmen wünschen sich mehr Institutionelle Investoren. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen nutzen keine Social-Media-Kanäle bei der Kommunikation mit Investoren. Die Bedeutung von Roadshows und Research steigt hingegen.

Viele börsennotierte Unternehmen sind mit ihrer Aktionärsstruktur nicht zufrieden. Für knapp die Hälfte der Emittenten – rund 47% – ist das Aktionariat noch nicht optimal zusammengestellt: Gesucht werden vorrangig institutionelle Anleger, die mit ihrer Beteiligung möglichst den Streubesitz erhöhen. Das ergab eine aktuelle Umfrage der auf Finanzkommunikation spezialisierten Cortent Kommunikation AG und Edison Investment Research unter börsennotierten Unternehmen.

Institutionelle Investoren werden bevorzugt

Auf der Wunschliste der Unternehmen stehen institutionelle Investoren mit 32% ganz oben. Dagegen wünschen sich nur 6% mehr Privatanleger. Mehr als jedes vierte Unternehmen, nämlich rund 28%, sucht Investoren, um grundsätzlich einen größeren Streubesitz zu erhalten. So sollen die Kriterien für einen Indexaufstieg oder -erhalt erfüllt werden. Denn die wichtigsten Börsenindizes berücksichtigen neben dem Börsenumsatz auch die Marktkapitalisierung des Streubesitzes. Unternehmen, die in einem wichtigen Auswahlindex gelistet sind, stehen wiederum stärker im Fokus der Investoren.

 Investoren-Roadshows gewinnen Bedeutung 

Bei der Beurteilung der Frage, welche der klassischen IR-Instrumente zukünftig wichtiger im Umgang mit den Investoren werden, überwogen die Maßnahmen, die üblicherweise für die Ansprache rein institutioneller Anlegergruppen genutzt werden. Demnach erwarten 43% der Befragten, dass Investoren-Roadshows 2016 noch wichtiger werden. Fast 41% sehen eine steigende Bedeutung bei Conference Calls mit Investoren. Das Analysten-Research soll nach Ansicht von 34% an Gewicht gewinnen. Klaus Schinkel, Deutschland-Chef von Edison Investment Research sagt: „Unternehmen stehen heute im globalen Wettbewerb um die Aufmerksamkeit und das Kapital der internationalen Anleger. In diesem Wettbewerb ist es von entscheidender Bedeutung, dass Investoren-Roadshows zielgerichtet eingesetzt werden, um die passenden Investoren zu treffen. Equity Research, das die langfristige Unternehmensstrategie und das Wertpotential erklärt, ist ein weiterer wichtiger Baustein. Wir beobachten, dass Unternehmen diese Herausforderungen zunehmend aktiv angehen.“

Im Wettbewerb um die Investoren gehen 48% oder fast jedes zweite Unternehmen zwischen zehn und 19 Tagen mit dem Management auf Roadshow. Knapp 24% investieren nur bis zu neun Tagen, 19% sind dagegen 20 bis 29 Tage unterwegs. Dabei wird nichts dem Zufall überlassen: 90% der Befragten misst den Erfolg der Investorengespräche. Dabei rangiert die anonymisierte, nachträgliche Befragung der Kontakte mit 60% ganz vorne – gefolgt von der Messung anhand der Käufe der besuchten Investoren (57%). Immerhin rund 45% bewerten den Erfolg anhand der Anzahl der Wiederholungstermine.

Social Media ist in vielen Unternehmen noch nicht angekommen

Social-Media-Kanäle spielen bei der Kommunikation mit Investoren nach wie vor eine kleine Rolle: So gaben 68% der Unternehmen an, auf diese Möglichkeiten gänzlich zu verzichten. Knapp jeder Vierte oder 24% nutzen zumindest Twitter, 17% stellen Image-Videos in Youtube ein. Volker Siegert, Vorstandsvorsitzender der Cortent Kommunikation AG erläutert: „Dieses Umfrageergebnis ist überwiegend der geringen Personalstärke in vielen IR-Abteilungen geschuldet. Das gilt besonders für die Öffentlichkeitsarbeit bei Small- und MidCaps. Denn eine Social-Media-Kommunikation ist nur dann zielführend, wenn man es richtig macht. Das bedeutet, dass neben regelmäßig neuen Inhalten auch die Interaktion mit den Investoren stets gewährleistet sein muss. Eine tagelang nicht beantwortete kritische Frage eines Anlegers wird dann schnell zum Nährboden für unangenehme Gerüchte. Social Media wirken sich dann kontraproduktiv auf Image und Wahrnehmung der Unternehmen aus.“

An der Umfrage hatten sich 47 Unternehmen aus allen Börsensegmenten beteiligt. Weitere Informationen finden Sie hier.

(Pressemitteilung Cortent Kommunikation vom 28.04.2016)


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