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Vom Financial Reporting zum Corporate Reporting: Neue Anforderungen an Prüfungsausschüsse in Europa


Digitalisierung und Nachhaltigkeit stellen Unternehmen vor große Herausforderungen – entsprechend ändert sich europaweit das Anforderungsprofil an Audit Committees. Eine neue Studie zeigt, wie sich die Gremien angesichts der veränderten Risikoprofile von Unternehmen, neuer Regulierungsvorgaben und digitaler Innovationen zukunftsorientiert ausrichten können. | © tashatuvango/fotolia.com

Angesichts der Digitalisierung, neuer regulatorischer Vorgaben und einem öffentlichen Fokus auf Nachhaltigkeit sehen sich Unternehmen zunehmend neuen Herausforderungen ausgesetzt – entsprechend vielfältig verändern sich die Anforderungen an das Management und die Aufsichtsorgane. Das ist das Ergebnis der Studie „A view on the current and future role of Audit Committees“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Befragt wurden Audit Committee-Mitglieder unter anderem in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Schweden und Großbritannien sowie Corporate Governance-Experten.

Die Studienautoren haben festgestellt, wie sehr das Thema Nachhaltigkeit die Mitglieder von Aufsichtsräten und Prüfungsausschüssen beschäftigt. Die Herausforderung des unternehmerischen Umgangs mit Nachhaltigkeit trägt laut der Analyse dazu bei, dass sich die Perspektive des Audit Committees vom reinen Financial Reporting hin zum Corporate Reporting wandelt.

Audit Committees im Wandel

Nach Aussage der Studienautoren besteht die größte gemeinsame Herausforderung für Prüfungsausschüsse in Europa darin, die effektive Balance zwischen den operativen Herausforderungen und dem Reporting von heute und den zukünftig veränderten Risikoprofilen von Unternehmen zu finden. Doch der hiermit zusammenhängende Veränderungsprozess gestaltet sich von Land zu Land unterschiedlich. So legen Prüfungsausschüsse in Deutschland, der Schweiz und UK laut der Studie einen wesentlich stärkeren Fokus auf traditionelle Unternehmensfinanzen, während in Schweden und den Niederlanden bereits vermehrt Risiken wie beispielsweise Cybersecurity die Arbeit der Ausschüsse prägen.

Kompetenzen in den Bereichen Technologie und Strategie werden zentrale Erfolgsfaktoren

Für Stakeholder, Investoren und das Management werden zukunftsorientierte Informationen immer relevanter, so die Studienautoren. Um zum nachhaltigen Unternehmenserfolg beizutragen, müsste das traditionelle Aufgabenspektrum bezüglich der vergangenheitsorientierten Finanzdaten sowie den rechnungslegungsbezogenen Kontrollsystemen vermehrt um die zukunftsorientierten Bewertungen von nichtfinanziellen Risiken erweitert werden. Laut der Analyse mangelt es an dieser Stelle bislang jedoch an Wegweisern. Insbesondere bei der CSR-Berichterstattung würden Audit Committees noch nach Best Practice samt entsprechender Tools und Prozesse suchen. Dabei könnten sie gerade an dieser Stelle entscheidend zum Unternehmenserfolg beitragen, indem sie das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Stakeholder in das Unternehmen erhöhen.

Neuausrichtung durch Technologie

Neben der neuen strategischen Ausrichtung wird nach Einschätzung der Studienautoren auch das technologische Verständnis zu einem zentralen Erfolgsfaktor der Audit Committees. Mit neuen Technologien wie Data Analytics und Künstlicher Intelligenz, würden interne und externe Auditprozesse sowie die interne Revision zunehmend digital und automatisiert ablaufen und die Qualität und Effizienz von Prüfungen gesteigert. Diese Veränderungen erfordern aber nicht nur neue Aufsichtsmechanismen, sondern auch die passenden digitalen Kompetenzen der Mitglieder in Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss. Die Autoren der Studie beobachten, dass die beratende Funktion für Prüfungsausschussmitglieder immer zentraler wird. Um diese Sparringspartner-Rolle einzunehmen sei es unerlässlich, dass Audit Committees ihr finanzielles Know-how auch um technologische und strategieorientierte Fähigkeiten erweitern.

Die Studie „A view on the current and future role of Audit Committees“ finden Sie hier zum Download.

(Pressemitteilung EY vom 30.09.2019)


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