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Vom Kreditor in die Schuldenfalle: Wie sich Unternehmen durch digitalisiertes Kreditrisikomanagement schützen


Autor: Florian Kappert

Deutsche Unternehmen warten durchschnittlich ganze 42 Tage darauf, dass offene Forderungen beglichen werden. Ein Zeitraum, in dem es im schlimmsten Fall zu einem Dominoeffekt kommen kann: Jegliche Art der Kreditgebung birgt auch ein Kreditrisiko. Kann ein Kunde seine Forderung nicht erfüllen, geht vielleicht sogar insolvent, bricht auch ein Teil des eigenen Umlaufvermögens weg. Und ehe man sich versieht, tappt man selbst in die Schuldenfalle.

Zahlungsausfälle gänzlich verhindern, steht kaum in der Macht eines Unternehmens. Genauso wenig kann es die Lösung sein, immer auf sofortige Zahlung zu bestehen – das könnte einige Kunden kosten. Doch es gibt die Möglichkeit, das Kreditrisiko durch Digitalisierung des Kredit- und Liquiditätsmanagements zu minimieren. Verpasst man diesen Schritt oder führt ihn nicht ausreichend aus, kann das insbesondere aufgrund der aufwändigen Prozesse schnell zum Problem werden. Denn viele Faktoren spielen im Kreditmanagement eine Rolle: Die Kreditwürdigkeit der Kunden muss geprüft werden, offene Forderungen müssen gemahnt, Bonitäten überwacht, Zahlungsziele definiert, Kreditlinien geprüft und Forderungsausfälle verwaltet werden. Diese Vorgänge kosten Zeit, Ressourcen und nicht zuletzt auch Geld – und sind außerdem fehleranfällig.

Effizienz durch umfassende und zentralisierte Plattform

Allerdings macht Digitalisierung allein nicht automatisch Prozesse effizienter. Ein häufiger Fehler, den gerade große Konzerne häufig begehen, ist, dass eine Vielzahl an Bereichen gleichzeitig digitalisiert werden – ohne allerdings für Schnittstellen und Vernetzung zu sorgen. Die Folge daraus ist, dass je nach Bereich unterschiedliche IT-Systeme zum Tragen kommen – diese Medienbrüche entlasten das Personal jedoch nicht, sondern erhöhen vielmehr die Ineffizienz und Fehleranfälligkeit.

Hier kommen nun Online-Anwendungen wie beispielsweise die SaaS-Plattform Bilendo ins Spiel. Sie ermöglichen Unternehmen eine umfassende, zentralisierte Lösung für die moderne Abwicklung des kompletten Debitorenprozesses. Das beginnt mit der Bonitäts- oder Kreditwürdigkeitsprüfung eines Kunden, geht über alle Teilschritte, wie die Verwaltung offener Posten, Kontrolle der Zahlungseingänge auf dem Business-Konto, bis hin zum Mahnwesen sowie das Inkasso. Die neuesten Lösungen bieten außerdem Möglichkeiten, sich sogar im Falle von Zahlungsausfällen abzusichern, beispielsweise durch Factoring oder eine Kreditversicherung. Je nach Größe des Unternehmens können mit verschiedenen Lizenzen unterschiedlich viele Forderungen und Prozesse pro Monat abgewickelt werden.

Flexibilität trotz Automatisierung

Gerade der Punkt Flexibilität ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung von digitalisiertem Kreditmanagement. Denn um Prozesse effizienter zu machen, werden sie automatisiert, worunter häufig die Flexibilität für Unternehmen leidet. Starre, durch das Programm vorgegebene Einstellungen sind aber in den seltensten Fällen zielführend – viele Abläufe werden dadurch zu standardisiert und nicht im richtigen Kontext behandelt. Beispielsweise können schon bei der Bonitätsprüfung potenzielle Kunden ausgeschlossen werden, weil sie durch automatisierte Analysen und statistische Auswertungen in eine möglicherweise „falsche Schublade“ gesteckt werden.

Dabei können über den gesamten Finanzprozess viele Abläufe trotz Automatisierung flexibel angepasst werden. Insbesondere das Forderungsmanagement bietet sich dafür an – beispielsweise bei kontextbezogenen Mahnläufen. Diese können auf Basis der täglichen Rechnungs- und Zahlungsdaten nicht nur automatisiert, sondern auch individualisiert werden. Sind im Vorfeld mit langjährigen Kunden Abmachungen zu längeren Zahlungszielen getroffen, kann eingestellt werden, dass die ersten Zahlungserinnerungen zu einem späteren Zeitpunkt als vom System voreingestellt verschickt wird. Auch enger gesteckte Forderungszeiträume und damit das Takten von Mahnungen zu früheren Zeitpunkten sind je nach Rechnung, Kunde oder Kundengruppe anpassbar. Das ist nicht nur effizient, sondern sorgt auch für höhere Kundenzufriedenheit.

Automatisierte und anpassbare Prozesse für Unternehmen jeder Größe

Ein wichtiger Punkt ist außerdem die einfache und intuitive Bedienung der Software – so kann die Digitalisierung des Kreditrisikomanagements auch von Mitarbeitern ohne Vorkenntnisse im Finanzbereich umgesetzt und angewandt werden. Das schont Personalressourcen und steigert die Effizienz der internen Abläufe. Zudem bieten Cloud-Plattformen allen Mitarbeitern des Unternehmens einen Live-Überblick über die offenen oder bearbeiteten Prozesse und schaffen mehr Transparenz.

Die Digitalisierung des Kreditrisikomanagements ist für viele Unternehmen, ganz egal ob kleines Unternehmen, Mittelständler oder Konzern, eine echte Herausforderung. Doch dabei muss im Fokus behalten werden, dass nicht nur die Automatisierung, sondern auch die Flexibilität der Prozesse essentiell wichtig ist. Gerade in Zeiten, in denen der digitale Wandel immer unabdingbarer wird, sollten Unternehmen solche Lösungen in ihren Geschäftsalltag integrieren.

Autor: Florian Kappert hat in Augsburg iBWL studiert und arbeitet seit über 10 Jahren im Umfeld Enterprises-Software & Finance. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Bilendo GmbH.


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