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    Wenige Unternehmen legen finanzielle Risiken des Klimawandels offen


    Vor allem auf aus dem Klimawandel resultierende Finanzrisiken gehen Unternehmensberichte vergleichsweise selten ein. | ©AndreyPopov/fotolia.com

    60 % der größten Unternehmen weltweit berücksichtigen Nachhaltigkeitsthemen in ihrem Jahresabschluss, doch nur jedes vierte geht dabei auch auf finanzielle Risiken ein, die sich aus dem Klimawandel für das eigene Geschäft ergeben (28 %), zeigt eine KPMG-Studie.

    Für das KPMG Survey of Corporate Responsibility Reporting 2017 wurden 4900 Unternehmensberichte der jeweils 100 größten Unternehmen in 49 Ländern sowie die Berichte der weltweit 250 umsatzstärksten Unternehmen („G250“) unter die Lupe genommen. Nur in fünf der untersuchten 49 Länder berichtet die Mehrheit der größten Unternehmen über finanzielle Risiken des Klimawandels: Taiwan (88 %), Frankreich (76 %), Südafrika (61 %), USA (53 %) und Kanada (52 %). In den meisten dieser Fälle ist die Offenlegung von klimabezogenen Risiken entweder gesetzlich vorgeschrieben oder wird zumindest von der Regierung, der Börse oder der Finanzaufsicht empfohlen.

    Offenlegung ist wichtig

    „Der Druck auf Unternehmen, sich mit Nachhaltigkeitsthemen auseinanderzusetzen, wächst. Ihre Zahl nimmt auch weltweit zu, doch besteht hier noch viel Potenzial“, erklärt Christian Hell, Senior Manager Sustainability Services bei KPMG. „Zwar ist das allgemeine Bewusstsein in Deutschland gerade unter den umsatzstärksten Unternehmen verbreiteter als im internationalen Vergleich, jedoch besteht insbesondere im Hinblick auf umfassende und systematische Analysen des potenziellen Marktrisikos auch hierzulande noch deutlich Nachholbedarf. Vor allem auf aus dem Klimawandel resultierende Finanzrisiken wird vergleichsweise selten eingegangen. Wer diese aber nicht offenlegt, könnte Investoren verlieren und auf diese Weise ungewollt die Kapitalkosten und den Aufwand für Versicherungen in die Höhe treiben.“

    Nachholbedarf bei Handel, Transport und Gesundheitsbranche

    Insbesondere Firmen aus der Papier- und Forstwirtschaft (44 %), dem Chemiesektor (43 %), dem Bergbau (40 %) sowie der Öl- und Gasindustrie (39 %) berücksichtigen klimabedingte Finanzrisiken vergleichsweise häufig in ihren Unternehmensberichten. Auch in der Automobilbranche und bei Versorgern (jeweils 38 %) ist das Bewusstsein für finanzielle Klimarisiken vergleichsweise hoch. Deutlicher Nachholbedarf besteht noch im Finanzdienstleistungsbereich, wo nur ein Viertel aller Unternehmen mit dem Klimawandel einhergehende Finanzrisiken in ihre Berichte einbindet (24 %), im Handel (23 %), im Transportwesen (20 %) und im Gesundheitssektor (14 %).

    (KPMG, PM vom 05.11.2017 / Viola C. Didier)


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